Brandmanagement, Online Marketing, Usability, web 2.0

Doc Martens "selber" online designen

Heute in einem Arbeitsmeeting als es um virales Webmarketing und Individualisierung gegangen ist, haben wir die Site dmbootdesign.com etwas genauer angeschaut.

Um es vorweg zu nehmen: Nein, es ist leider keine Site wie die der Freitag Taschen, auf der Ihr Eure Schuhe selber designen und dann bestellen könnt. Es handelt sich lediglich um einen Wettbewerb, bei welchem die Designs der Gewinner nachher in die Massenproduktion gehen. "Create a design for our next boots" lautet die Aufforderung.

This is your chance to show the world your talent. Choose your canvas: the 8-hole or the 14-hole boot. Use pens, use paint, use whatever. Use your imagination. We’ve provided some tools here. Or if you want, you can use your own. This time we’ll have two winners. One voted for by the people. The other chosen by a panel of industry insiders. You enter it. We’ll make them. You’ll see them in shops. Worldwide.

Die Idee und auch die Umsetzung allerdings sind bestechend und in grösster Perfektion auf das Web ausgelegt.

dmboot snippet: Auf den Schuh klicken und für mein Stiefeldesign abstimmen.

image Ich soll ein Design (im Browser oder via Photoshop Template) für einen Doc Martens Stiefel kreieren. Danach kann ich das Design speichern und muss mich natürlich registrieren. Danach geht es darum, dass ich soviele Votes als möglich für mein Stiefeldesign kriege. Die Betreiber haben ein Facebook Design zur Verwendung bereit sowie eine "Tell a friend" Funktion. Für Website- oder Blogbesitzer haben sie gleich den HTML Code zum reinpappen kopieren, der auf mein Stiefeldesign verlinkt und zur Online Abstimmung führt.

Diese Kampagne vereint die wichtigsten Elemente einer Online Kampagne.

  • Ich setze mich äusserst detailliert mit dem Produkt auseinander
  • Ich entwickle eine Bindung zum Produkt und dem Unternehmen, weil es mir die Chance gibt, an der Produktentwicklung teilzunehmen und weil mich die Kampagne für die (lange) Dauer des Wettbewerbs an die Site bindet. Ich will ja schliesslich den Gewinner des Wettbewerbs kennen und immer wieder den Rang "meines Stiefels" checken
  • Es hat virale Elemente. Dadurch, dass ich soviele Stimmen als möglich für meinen Vorschlag sammeln muss, setze ich all meine Mittel und Kanäle ein. Ich verbreite auf Teufel komm raus in meinem persönlichen Umfeld
  • Ich hinterlasse meine (korrekten) persönlichen Angaben im Account, damit ich benachrichtigt werden kann
  • Es ist glaubwürdig. Schliesslich ist es "User-generated" Content. Von Leuten wie Du und ich. Die Gewinner der letzten Wettbewerbe sind persönlich und mit kleinem Portrait aufgeführt
  • Nicht ganz unwichtig: Die Usability ist denkbar einfach, das GUI ist schnell und fehlerfrei und das Design ist cool und zeitgemäss.