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e-paper und mobile Websites – Alternativen zu Papierzeitungen?

20min und Blick am Abend fluten die Pendlerzüge in Zürich im Tabloid Format. Unmengen von Papier türmen sich in den SBB Abteilen. Und schon haben sich gewisse Reiseverhalten und -typen der Pendler (wie z.B. der Zeitungsgrabscher) eingestellt. Das Bedürfnis nach Information ist bewiesen. Die Form aber wird sich entwickeln.

Zugegeben. Das Format der Gratiszeitungen ist ein Erfolgsmodell, wie es auch in London täglich unter Beweis gestellt wird. Die Pendler bedienen sich gerne morgens und abends. Eine Ablenkung und zugleich ein Informationsupdate sind unterwegs sehr willkommen. Ob das allerdings in Form von “Holzmedien” sein muss, dass wird die Zukunft weisen.

Das Bernet Blog rechnet vor: Die Schweizer Gratiszeitungen fällen 36 Bäume jeden Tag um alleine die Deutschschweiz zu bedienen.

Neue Medienverhalten – 1) mobile Endgeräte

Als ersten Vertreter und deshalb auch etwas als Exot da stehend hat Amazon  den Kindle lanciert. DAS e-book überhaupt für die Anzeige von Buchinhalten. Andreas Göldi hat das Tier schon im November 2007 ausführlich portraitiert. Allerdings sind USD 359.00 nicht gerade billig und als Endgerät für Gratiszeitungen eher weniger tauglich, da ich ein weiteres Gerät mit mir herum schleppen muss.

Was aber liegt näher als die Mobiltelefone, die die meisten sowieso mit sich herumtragen?

Mit der Verbreitung des iPhone als typischem Vertreter für mobiles Surfen mehren sich auch die mobilen und elektronischen Angebote der Medienhäuser. Ich behaupte, dass die Einführung des iPhone der Wendepunkt im Medienverhalten für mobile Inhalte markieren wird. Abgesehen davon, dass die Telcos erstmals halbwegs akzeptable Preismodelle für mobilen Datenbezug eingeführt haben, ist auch die entsprechende Generation der Geräte anderer Hersteller kurz vor Markteinführung.

Die Akzeptanz von mobilen Inhalten hängt massgeblich von folgenden Bedingungen ab:

  • Die News der Gratiszeitungen werden genauso auf dem mobilen Endgerät akzepiert, wie in Papierform – solange es gratis ist
  • Gratis meint keine zusätzlichen Übermittlungskosten oder mindestens eine Flatfee des Telco Providers
  • Keine (zwingende) Registration
  • Kompatibilität bzw. Standardformaten für alle Endgeräte (Handy, PDA, Iphone, Blackberry etc. )
  • Offene Feeds (RSS oder Atom)

Viele Medienhäuser haben im Hinblick auf die Markteinführung des iPhone ihre mobilen Websites vorgestellt oder herausgeputzt.  Die Weltwoche lanciert “http://weltwoche.ch/iphone“, den blick gibts mobil unter “http://m.blick.ch/“, aber auch Swissinfo ist mit “http://mobile.swissinfo.ch/” oder die NZZ “http://mobile.nzz.ch” mit einer mobilen Version schon länger am Start. Eine Übersicht gibts im mobilen Linkverzeichnis von pixelfreund.ch unter http://mobile.pixelfreund.ch.

Neue Medienverhalten – 2) e-paper

Ein weitere papierlose Variante sind die e-papers. Die Ausgaben sind meist 1:1 in PDF Form zum Lesen via Browser und nicht etwa zu Download vorgesehen. Die Hauptausgabe des Blick und die Bilanz sind als kostenpflichtige Dienste bzw. den Abonnenten vorenthalten. Ringier trumpf mit seinem gesamten kostenpflichten e-Blätterwald unter http://www.online-kiosk.ch/.

Gratis- oder Konsumzeitungen wie z.B. der Blick am Abend, CashDaily, punkt.ch oder “20min Week” sind unentgeltlich abrufbar sind. Bei Cashdaily ärgert mich die Registrationspflicht und der rüde Ton, bis ich endlich registriert bin. Und schlussendlich überzeugt die Usability des e-paper Readers nicht abschliessend. Blättern und Zoomen sind mühsam, bis man sich an die Navigation gewöhnt hat.

Ein löbliches Beispiel gibt aber issuu.com ab. Techcrunch meinte sogar:

Finally a PDF Browser that doesn’t suck

Die Bedienung des Readers überzeugt und das “Look and Feel” bringt sogar noch etwas echte Zeitungsstimmung rüber.

issuu.com: Einbettung des Blick am Abend

Mir gefallen natürlich die Web 2.0-igen “Share”-Möglichkeiten. Via Email, HTML embed für die eigene Website oder Facebook Profil, Direktlinks sowie Links auf die Feedaggregatoren wie Google, Digg, del.icio.us etc. Minuspunkte gibt es für die Suche bzw. Auffindbarkeit der Schweizer Publikationen. Ich muss mich doch einige Zeit mit issuu beschäftigen, bis ich mich mit Bookmarks, Library und Navigation durch die Suchresultate angefreundet habe. Aber das ist einen separaten Testbericht wert.
Die wichtigsten Punkte für eine gute Akzeptanz eines e-papers sind:
  • Kein Zwang zur Registration
  • Keine Plugin-Installation
  • Einfache und intuitive Bedienung des e-paper Readers
  • Gute Auffindbarkeit auf der Website oder in einem Verzeichnis

Zur besseren Verbreitung eines e-papers dienen:

  • Virale Funktionen wie “Tell a Friend”, HTML Embed, Links in die Sozialen Networks bzw. zu Aggregatoren
  • RSS Feeds aller Ausgaben
  • Optionaler Newsletter sobald eine neue Ausgabe verfügbar ist
e-paper und mobile Websites sind nicht DIE revolutionären Erfindungen, die die Papiermedien in Kürze verdrängen werden. Aber sie sind neue Kanäle mit zunehmender Benutzerakzeptanz und zunehmender Nutzung und Frequenz, die nicht mehr wegzudenken sind.

2 Kommentare

  1. Das Problem ist immernoch das device!
    Im moment gibts noch nichts das mich zufrieden stellt.
    Kindle (nur schwarzweiss, nur ebooks)
    EEE-PC (ich brauch keine tastatur zum ebooks lesen)
    IPhone, oder jedes andere Phone (Zu kleines Display, ich will nich zoomin/zoomout spielen)

    Am liebsten hätte ich ein A4 grosses Webtablett ohne Tastatur, CDRom, Harddisk. Das Locker 12h ohne Stromzufur funzt.
    Am abend dann in eine Docking station wo es wärend des aufladens und Synchronisierens Ferienfotos anzeigt.
    Im Prinzip ein A4 Grosses Iphone :)

  2. Genau. Und eines, das nicht spiegelt in der Sonne und so auch für den Einsatz draussen geeignet ist.

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