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Das Prinzip Social Bookmarks – digg.com erhält weitere Finanzierungsrunde mit 28.7 Mio USD

image Die Los Angeles Times meldet eine weitere Finanzierungsrunde für digg.com. Digg plane die Belegschaft von 75 auf 150 zu verdoppeln um hauptsächlich international zu expandieren. Geplant seien internationale bzw. multilinguale Interfaces.

Mit 30 Millionen unique Visitors jeden Monat ist digg.com eine der grossen Social Bookmarking Plattformen ähnlich wie del.icio.us oder stumbleupon, auch wenn sie nach einen leicht anderen Prinzip funktioniert.

Spannend an diesen Social Bookmarking Plattformen ist klar die ursprüngliche Idee, die eigenen Favoriten nicht im lokalen Browser auf dem eigenen Computer zu speichern sondern in einem persönlichen Konto im Internet. Damit kann jederzeit auch im Internet Cafe oder auf einem fremden Computer auf die eigenen Bookmarks zugegriffen werden. Das Potenzial liegt allerdings ganz wo anders.

Mit der grossen Verbreitung und hohen Benutzerzahlen gewinnen diese Plattformen aber noch wesentlich mehr an Bedeutung. Einfach gesagt, je mehr Benutzer den selben Link speichern um so besser, relevanter oder spannender muss dieser Inhalt theoretisch sein. Eine Bewertung des Inhalts abseits von Google oder anderen Suchmaschinen wird also möglich. Aus der Sicht der Suchmaschinen Optimierung ist dieses Prinzip natürlich hochinteressant. Je mehr Links auf die eigene Site zeigen umso besser wird die Platzierung in den Suchmaschinen. Social Bookmark Plattformen sind auch eine alternative Such- und Recherchemöglichkeit, die nicht von Google, Yahoo oder MSN gesteuerte Suchergebnisse liefern. Spannend wird sein, ob es digg gelingt, im deutschsprachigen Raum die Lokalmatadoren wie Linkarena, Yigg oder Mister Wong etc. anzugreifen. Aber auch das ist nicht die Geschichte, die schlussendlich monetarisiert.

Jay Adelson von digg spricht an der Web 2.0 Expo in New York über die Zukunft von digg. Wenig konkretes in punkto Funktionen aber die Idee des „Collaborative Filters“ ist durchaus verständlich.

Personalisierung ist passé – Hyper-Personalization steht an

Vermutlich hat Adelson es geschafft, in wenigen Sekunden die nächste Generation von sozialen Algorithmen  zu erklären (Youtube Video 05:27min – 06:29 )

Es geht nicht mehr nur um die persönlichen Daten, die jemand auf einer einzigen Plattform (wie z.B. Google oder Amazon) personalisiert gespeichert hat, sondern um die Portabilität. Schon heute verteilen die Benutzer ihre (selben) Daten plattform-übergreifend in verschiedene soziale Netzwerke.

Die ist nun die folgende: Warum nicht die plattformübergreifenden persönlichen Daten im „friendfeed“ Sinne nutzen, um ein Profil zu gewinnen und aufgrund der bei digg vorhandenen Daten ein persönliches Angebot (er benutzt den Begriff „Frontpage Experience“) zu generieren? Die „Collective Wisdom“ wird genutzt um eine persönliche Startseite anzuzeigen.

Personalisierung ist passé – Hyper-Personalization ist der nächste Schritt von Collaborative Filtering. Und damit ist ein neues Buzz-Word geschaffen. Die Idee ist bestechend. Aber nur grosse Plattformen mit einer enormen Masse an Benutzern UND einer offenen Architektur gegenüber anderen führenden Plattformen wird es möglich sein, diese Idee auch umzusetzen. Entsteht hier ein neuer Gigant oder nur die Idee dazu? Schliesslich könnte Google dieses Prinzip aufgrund seiner finanziellen Mittel genau so gut umsetzen.

youtube video: Jay Adelson an der Web 2.0 Expo in New York