Medien, Online Marketing

Teleblocher – Christoph Blocher nutzt die Gunst der Stunde

Bundesrat Schmid heute seine Demission per Ende Jahr bekannt gegeben. Kaum in der Presse ist schon auf teleblocher.ch eine ausserordentliche „Sondersendung“ mit Christoph Blocher angekündigt.

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Screenshot teleblocher.ch 

Hier auf pixelfreund bespreche ich jetzt nicht noch die politischen Inhalte. Aber langsam begreife ich, was Matthias Ackeret da am Blogcamp eigentlich vermitteln wollte.

Obwohl viele Politiker Leute noch immer glauben, Christoph Blocher habe einen ganzen Fernsehsender wie Silvio Berlusconi, ist die Wirkung doch eine ähnliche. Er kann nämlich frank und frei seine Meinung veröffentlichen und unterliegt keinerlei Medienzensur (wenn ich das einmal so nennen darf).

Spannend ist vor allem das Format. Es ist extrem schnell und äusserst günstig hergestellt, da es nur einen Kameramann, Matthias Ackeret und Christoph Blocher in seinem Wohnzimmer dazu braucht. Vermutlich braucht es auch keine Schminke, weil die sowie nichts mehr bringt.

Die Fragen sind nicht vorbesprochen, wenn man Matthias Ackeret glauben darf und die Beiträge werden nicht nachbearbeitet und ungeschnitten veröffentlicht. Somit ist Christoph Blocher in der Lage, auch bei unvorhergesehenen Ereignissen schnell zu reagieren. Anstelle einer Heerschar von Journalisten Red und Antwort zu stehen (und die Sonntagszeitung hinten ran zu stellen, wie er im Interview sagt), lässt er die Anrufenden elegant vertrösten und stellt zwischenzeitlich sein Video online. Und das so schnell, dass sogar die Redaktionen der Gratisblätter die Infos noch in die Abendausgaben bringen.

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Matthias Ackeret mit Erfahrungsbericht von teleblocher am Blogcamp Switzerland (und @phogenkamp der ganz ungeniert dahinter twittert)

Ich frage mich, warum Christoph Blocher der einzige Politiker ist, der die neuen Medien wenigstens halbwegs professionell einsetzt. Um eine Folge Video zu produzieren muss man nicht Milliardär sein. Da reichen weniger als CHF 2’000.-.

Der US Wahlkampf hat gezeigt, dass der Wahlkampf auch mit modernsten Kommunikationsmitteln geführt werden muss. Obama wird vom Handelsblatt oder Bild.de als erster Internet Präsident gehandelt. Youtube Channels für die Kandidaten, Facebook Gruppen, MySpace und Twitterprofile sowie virale Instrumente wurden erstmals in professioneller Kommunikationsarbeit für Wahlkampfzwecke eingesetzt.

Da sehen sowohl die einzelnen Parteipolitiker wie auch die einzelnen Parteien (mit ihren 250 Pfnööögis im Facebookgrüppli) noch etwas schwach aus dagegen. Ich bin gespannt auf die nächsten Abstimmungen und Wahlen und ob die neuen Instrumente auch vermehrt eingesetzt werden.

Kategorie: Medien, Online Marketing

von

Ralph Hutter. Digital Stuntman. Blogger. Twitter Aficionado. Digital Artist. Fotograf. Agile Product Manager. Dozent. Foodie. Geocacher.

3 Kommentare

  1. (…und noch eine off-topic zusatzfrage: bin ich der einzige (firefox) der die darstellung der kommentare hier merkwürdig findet)

  2. Oder er schreibt etwas, nachdem es die SoZ nicht schreibt ,-)-

    Ja,ja. Ich kann ja nicht immer unseren Bloggerchef zuoberst anführen, der ist schon im Bloggerolymp: http://tinyurl.com/6gue5s.

    Die Kommentare sehen im FF3 tatsächlich besser aus, als im FF2. Das korrigiere ich bei Gelegenheit. Thx für den Input.

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