Blogger Portraits, Blogging

Blogger Portraits – Jürg Vollmer / Krusenstern

Name / Nickname: Jürg Vollmer / Krusenstern
Blog URL: www.krusenstern.ch
Twitter: http://twitter.com/krusenstern
E-Mail: info [sabaka] krusenstern [punkt] ch
*sabaka = russ. Hündchen (statt „Affenschwanz“)

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Nur zufällig die Farben der russischen Flagge? Porträt von Jürg Vollmer in Weiss-Blau-Rot.

Worum geht es in Deinem Blog?

In Krusenstern schreibe ich über Politik, Wirtschaft und Kultur der beiden grössten Länder Europas: Russland und Ukraine. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 sind diese zwei neuen Staaten junge Demokratien, die alle Schritte der Entwicklung durchmachen müssen und heute mitten in der „Pubertät“ stecken – mit einem grossen Entwicklungspotential.


Beschreibe Dich mit einigen Tags.

Apple, Balaklawa-Bucht (auf der Krim), Chur, Diplomaten, Eisenstein, Fotografie, Graubünden, Hundebesitzer, iPhone, Journalist, Krim-Halbinsel, Lena, Moleskine-Notizbuch, Neu-Zürichtal (1806 gegründete Kolonie auf der Krim), OSZE, Perestroika, Q gibt es in der kyrillischen Schrift nicht, Russland, Schweizerisch-Russischer Journalistenpreis, Transsibirien-Express, Ukraine, Visum, Web 2.0, Xerophil, Y gibt es in der kyrillischen Schrift auch nicht, Zürich.

Bist Du ein digitaler Nomade und was schleppst Du an Hightech mit Dir herum?

Ich las im Herbst 2000 eine Kolumne des Journalisten Thomas Haemmerli, welcher ausgerechnet in der ideologisch sonst unverdächtigen „Neuen Zürcher Zeitung“ NZZ zur Revolution im Büro aufrief: „Werft Eure Aktenordner, Nachschlagewerke, Fachbücher und Papierstapel weg und werdet zu Elektro-Nomaden!“

Ich reiste damals als Journalist und Kommunikationsfachmann in der halben Weltgeschichte herum, für mich war deshalb klar: Ich werde zum Online-Nomaden mit einem virtuellen Büro. Wie der Journalist „sans domicile fixe“ Thomas Haemmerli und wie schon in den 1960er-Jahren der Mathematiker Paul Erdös , der seinen ganzen Besitz in einen ramponierten Koffer packte, oder der Reiseschriftsteller Bruce Chatwin mit seinen Moleskine-Notizbüchern. Ich wollte mir die Freiheit nehmen, ohne Ballast auf andere Menschen und neue Herausforderungen einzugehen.

Am 1. Januar 2001 löste ich mein damaliges (Papier-)Büro auf und brachte exakt 91,7 Kilogramm Fachbücher und Nachschlagewerke, Telefonbücher und SBB-Fahrpläne sowie vor allem Aktenordner zur Papiersammlung. Dies beschrieb ich auch in meiner damaligen Kolumne für eine Zeitschrift und wurde dafür ausgelacht. Heute habe ich immer noch mein ganzes „Büro“ im MacBook, respektive bei entsprechenden Dienstleistern im Internet – und ich habe es noch keinen Tag bereut.

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Standard Ausrüstung von Jürg Vollmer

Auf dem Foto meine Standard-Ausrüstung, vom iPhone über das MacBook bis zur Fotoausrüstung. Das MacBook hat schon viele Reisen durch Russland und die Ukraine erlebt, es ist unzerstörbar – aber wenn Apple endlich ein MacBook Air mit einem 15 Zoll-Bildschirm bringt, bin ich sicher der erste Käufer.

Hast Du ein bestimmtes Geek Gadget, von welchem Du Dich nicht trennen würdest?

Mein iPhone – und mein Moleskine-Notizbuch. Anachronismus pur!

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Jürg Vollmer schwört auf Moleskine. Und iPhone

Du und das BlogCampSwitzerland?

Ich halte an jedem BlogCampfSwitzerland ein Referat.

Du und Twitter?

Ich war nie Chatter und bin bewusst ein quantitativ zurückhaltender Twitterer, der twitternde „Dampfplauderer“ gnadenlos aus seiner Following-Liste löscht. Umgekehrt selektioniere ich auch meine Follower, indem ich meinen Twitter-Account „protected“ habe. Twitter ist für mich ein geniales Tool zur Vernetzung und zur gegenseitigen Promotion von interessantem Content in den Social Media. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Als ich am 1. Mai 2006 den ersten Krusenstern-Beitrag schrieb, war der Weblog für mich nur ein virtuelles Notizbuch auf meiner Reise in die „russische Welt“, sozusagen ein digitales Moleskine-Notizbuch. Erst mit der Zeit merkte ich, welche Möglichkeiten mir als Journalist ein Weblog bietet. Im Gegensatz zu Printmedien, Radio und TV mit ihrer teuren und schwerfälligen Infrastruktur brauche ich für Krusenstern nur mein MacBook, den Fotoapparat und Zugang zum Internet, um viele Leser zu erreichen.

Welches ist Dein liebster eigener Post?

Krusenstern lebt von oft sehr ausführlichen Texten zur russischen Geschichte und Gesellschaft. Angereichert mit eigenen Fotos, mit spannenden Erlebnissen und oft auch mit Humor sollten die Beiträge aber auch für Nicht-Russophile „erträglich“ sein. Hier drei typische Beispiele:

Und hier noch eine schöne Fotoreportage:

Hast Du neben Deinem Blog weitere Web Projekte zu laufen?

Ich bin derzeit Projektleiter für einen Social Media Newsroom rund um Russland. Mehr darüber am BlogCampSwitzerland4.

Schreibst Du regelmässig Kolumnen oder Gastbeiträge auf anderen Blogs oder Medien?

Ich schreibe unter anderem eine monatliche Kolumne für das Magazin „Russkaja Schweitsarija“ www.ruswiss.ch.

Im Moment verfasse ich noch zwei Beiträge für ein Fachbuch zu den Themen „Die Entwicklung der Markenpersönlichkeit einer NGO“ und „Der Social Media Newsroom für NGO“.

Hast Du eine eigene Blogger Attitude / Philosophie?

Ich nutze mein Weblog, um Menschen und Kulturen zu verbinden.

Welche Blogs liest Du regelmässig?

Welcher Bloggertyp wärst Du am ehesten (oder fehlt noch ein Button)?

Russland-Blogger ;-)

Das letzte Wort hat Pixelfreund – Jürg und ich.

Die Presse war schon seit längerem des Lobes voll. Für Krusenstern. Als Vorzeigeblogger. Mit Journalistenpreis. Mit einem Russlandblog. Alles ungewöhnlich und alles ganz anders als bei vielen anderen Bloggern. Daher hatte mich das Referat von Jürg Vollmer am letzten BlogCamp sehr interessiert.

Am meisten erstaunt hatte mich schlussendlich, dass er sich mit den selben Gedanken herumschlägt. Magazin-Theme ja oder nein. RSS Feed oder Email-Newsletter. Most popular und most recent Plugin ja, aber wo… Bloggerprobleme eben. Aber analytisch angegangen und akribisch umgesetzt. Auch eher untypisch für Blogger.

Am ersten TwitterDinner hatten wir länger Gelegenheit zu fachsimpeln. Zum Thema Behindertentauglichkeit und Podcast hat der Mann etwas zu erzählen (btw. auch sonst).

Über Russland haben wir nicht gesprochen. Aber über Blind-Dates für Erwachsene in Beziehungen. Das ist nämlich das TwitterDinner. Es ermöglicht spannende Begegnungen und neue Bekanntschaften wie eben diese.

In der Serie “Blogger Portraits” stelle ich wöchentlich einen Blogger vor oder besser, sich selber vorstellen lassen. Im Unterschied zu Bloggingtom’s Blogtipps stehen hier nicht die Inhalte der Blogs im Zentrum, sondern persönliche Facetten und kleine Einblicke in das Leben meiner Lieblingsblogger.

2 Kommentare

  1. Einmal mehr ein sehr interessantes Portrait. Vielleicht auch deshalb, weil ich Dich, Jürg, kenne. Vielen Dank, Euch beiden!

    @Jürg: bei MacBook, Moleskine, Montblanc (Meisterstück, oder?) und iPhone kann ich sagen: „dito!“

  2. Dieses Blog bietet keine Plattform für die Ränkespiele „die üblichen Verdächtigen“ gegen Krusenstern. Daher habe ich sämtliche Kommentare in diesem Zusammenhang gelöscht.

    Das ist mein persönliches Blog, in welchem ein positiver Geist wehen soll. Für diese Diskussionen ist kein Platz hier. Das bitte ich zu respektieren.

Kommentare sind geschlossen.