Social Networks, web 2.0

Ansprechpartner Verzeichnis ade – Jetzt kommen die Social Network Profile

Die Zeiten als noch der Personalchef die Hoheit über die Angaben im internen Mitarbeiterverzeichnis oder auf dem Internet hatte sind in den Zeiten von Facebook und XING nun definitiv vorbei. Die Skizze einer Chancenstrategie.

Facebook und XING sind im Massenmarkt angelangt. Die Social Networks sind beliebt. Sogar die Senioren erorbern (langsam) die Plattformen. Ein Beweis, dass diese nicht nur für Digital Natives und Techies anziehend sind, sondern in allen Bevölkerungsschichten nutzenstiftend eingesetzt werden können.

Ein Teil der Belegschaft wird also bereits (mehr oder minder freizügig sorgsam) die eigenen Profile auf XING oder Facebook ausgefüllt haben. Es liegt offenbar in der Natur der Schweizer, vorgegebene Formularfelder akribisch und vollständig auszufüllen.

xing.unternehmen.beta
Screenshot xing.com – BETA Funktion „Unternehmen“

XING hat neu die Funktion „Unternehmen“ in BETA aufgeschaltet, die automatisch alle Mitarbeiter einer Firma erschliessbar macht. Voraussetzung ist natürlich, dass alle Mitarbeiter über einen XING Account verfügen.

Daher meine Überlegung. Warum nicht einfach auf die oft unerträglichen und unvollständigen „Ihre Ansprechpartner“ oder „Unser Team“ auf der Website verzichten und nur noch auf das XING Profil der jeweiligen Mitarbeiter zu verlinken? Hier einige Gedanken zur Machbarkeit.

Chancen

  • Einheitliche, zentrale und professionelle Darstellung der Mitarbeiter und Berater
  • Darstellung der Kompetenz z.B. Ausbildung, Sprache, Berufserfahrung
  • Einfache Verknüpfung und Beziehungspflege mit Kunden und Lieferanten
  • Die persönlichen Kontakte auch unterwegs online mit dabei
  • Zuständigkeiten können auch hier abgebildet werden
  • Immer aktuell, da Pflege durch Mitarbeiter erfolgt
  • Hohe Qualität der Profile, da in der Verantwortung des Mitarbeiter
  • Weniger zentraler Pflegeaufwand auf der Website

Schwächen

  • Nicht im CD/CI der Firma
  • Konzeptlose Anwendung wirkt unprofessionell

Risiken

  • Policy für Verhalten in Social Networks nötig
  • Instruktion für (vollständige) Erfassung der eigenen Daten
  • Mangelnde Akzeptanz und Bedenken bezüglich Privatsphäre der Mitarbeiter
  • Web 2.0 Kultur erst noch zu etablieren

 

Ich bin mir im Klaren, dass dies nicht generell für alle Unternehmen funktionieren wird. Je nach Grösse, Branche, Positionierung wäre es auch nicht passend. Für die Blogwerker läge eine solche Umsetzung doch auf der Hand, da sie sowieso keine zentrale Corporate Website (inkl. Autorenverzeichnis) führen.

Aber noch spannender fände ich diesen Ansatz für ein grösseres Unternehmen, welches im Umfeld von Social Media tätig ist. Das würde auf das Konto des Employer Branding einzahlen, da es die geballte Kompetenz der Mitarbeiter zeigen und gleichzeitig Transparenz und eine moderne Unternehmenskultur verbildlichen würde.

Am besten twittere ich einfach @jstuker von namics, @filsa von inm und @phogenkamp einfach einmal an und frage, ob sie sich das für ihr Unternehmen vorstellen könnten.

Was spricht dafür und was wären Gründe dagegen?

2 Kommentare

  1. Nee, kann ich mir schlecht vorstellen. Sieht zumindest derzeit noch aus, als wäre man zu faul gewesen, diese Seiten zu erstellen und zu pflegen.

  2. Dieselben Fragen stellen sich auch bei anderen Anwendungen „as a service“ die von Skalierung und Professionalität des Angebotes profitieren… E-Mail, Messaging, Extranet etc.

    Bei dem Mitarbeiterdaten sehe ich die Vorteile, aber auch gewichtige Nachteile. insb. die Integration in interne Anwendungen wie Telefonbuch, Personenprofile (mit Blog, Intranetseiten, -favourites, -news etc.), Bilderstreams etc. dazu kommen noch ein paar Datenschutzüberlegungen aus rechtlicher Sicht.

    Also auch eher ein nein, aber reinschauen und ausprobieren jederzeit.

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