Blogger Portraits, Blogging

Blogger Portraits – Christian Leu

Profil von Christian

Name / Nickname: Christian Leu / leumund
Blog Adresse: www.leumund.ch
Twitter: www.twitter.com/leumund

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Worum geht es in Deinem Blog?

Ich schreibe seit 2001 über allerlei Dinge wie Konsum;, Umwelt, Technologie;, Gesellschaft, Wirtschaft und das Leben. In den letzten Monaten ist es mir gelungen diesen Mix zu definieren und auch zu leben. Mit dem neuen Thesis Theme kann ich mich jetzt auch viel mehr um den Inhalt meines Weblogs kümmern.

Wieso bloggst du?

Ich glaube für mich ist das Bloggen eine Dauertherapie. Ich habe es schon ohne Bloggen versucht aber das ging nicht wirklich. Ich habe mit dem Bloggen angefangen als ich meinen Job bei einer Internet-Agentur aufgegeben habe um wieder in der Old Economy zu arbeiten. Seit da ist der Blog mein kreatives Ventil. Hier kann ich mich austoben, Experimentieren und manchmal provozieren.

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BlogcampSwitzerland 2008 – Der Leu auf dem Leumund seinem Sofa

Im letzten Jahr habe ich für mich entdeckt dass ich viele meiner Ideen die ich normalerweise versuchweise experimentell umgesetzt habe um dann bei 80% stehenzubleiben auch einfach bloggen kann. Ich weiss bei vielen Ideen dass ich diese Idee nicht umsetzen will und werde und so sage ich dann immer, wer will, kann sich die Idee krallen.

Damit gebe ich manchmal Lesern Impulse ein Thema anzuschauen was dann auch mal zu Folgebeiträgen in anderen Blogs führt. Aber wichtiger für mich, ich kann das Thema zumeist für mich abhacken. Im Endeffekt ist also mein Blog mein kleines schwarzes Buch wo ich reinschreibe was mich so beschäftigt. Ich habs ja auch schon ohne Blog versucht aber das ging irgendwie halt nicht. Ich brauche dieses Ventil als Psychohygiene.

Was machst du beruflich?

Eine Frage die ich immer wieder gestellt kriege. Ich bin beruflich als Sales Manager in einer Firma tätig die Zapfsäulen und Kassensysteme für Tankstellen entwickelt und produziert. Bis Ende diesen Monat habe ich mich vorwiegend um unsere Handelspartner und Kunden in Rumänien, Bulgarien und den baltischen Staaten gekümmert.

Ab dem 1. Mai werde ich vermehrt auch in anderen Osteuropäischen Staaten unterwegs sein. Mein Spezialgebiet sind Kassensysteme und Zahlungssysteme für Kreditkarten. Das interessante an dieser Arbeit ist das enorme Spektrum unserer Produkten. Von hydraulischen Pumpen bis zu hochmodernen Serversystemen für die Verarbeitung von Kreditkarten muss ich überall Bescheid wissen.

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Leumund in Action – Im Messegetümel

Die Kombination von breitem Fachwissen, internationalen Kontakten aus verschiedensten Kulturen und über die verschiedensten Stufen von Geschäftsführer bis zu Feldtechnikern bringt soviel Abwechslung in meinen Job damit es mir sicher nicht langweilig wird.

Deine aktuellen Projekte?

Im Moment werde ich von Wildprovider im Rahmen des Tweakfestes in Zürich versteigert. Aber nicht komplett sondern nur für eine Stunde. Eine höchst spannende Auktion da es ja nicht klar war ob überhaupt irgendjemand etwas bieten wird. Aber mittlerweile ist das Höchstgebot bei 50,90 CHF und die Auktion dauert noch ein paar Tage.

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Feedboard – Ausstellung im Kunsthaus Glarus

Meine eigenen aktuellen Projekte sind mittlerweile sehr reduziert. Nachdem ich im letzten Jahr die Idee des Feedboards mit einer Ausstellung im Kunsthaus Glarus abgeschlossen habe versuche ich möglichst keine neuen Projekte zu starten. Eine Ausnahme ist die Westsiders.ch Community, die wohl grösste Schweizer Webcommunity rund um ein Einkaufszentrum. Hier versuche ich das Konzept der grossen Communities wie Facebook auf eine regional beschränkte Zielgruppe anzuwenden. Im Moment sind fast 200 Mitglieder dabei, leider noch ein paar zu wenig… Ich bin überzeugt dass in einigen Jahren jede Gemeinde ihre Community hat.

Mein WordPress Plugin Usercloud24 steht kurz vor der Veröffentlichung als Version 2.0. Das Plugin ermöglicht es ohne Aufwand eine Linkcloud der Besucher der letzten Tage anzuzeigen. Ideal wenn man keine Lust auf eine Blogroll hat. Denn wer kommentiert und deinen Blog besucht kriegt auch einen Link. :-)

Bist Du ein digitaler Nomade und was schleppst Du an Hightech mit Dir herum?

Ich bin geschäftlich sehr viel im Ausland unterwegs, würde mich heute aber nicht mehr als digitaler Nomade bezeichnen. Diese Zeiten sind eigentlich vorbei. Früher kam es ab und zu noch vor, dass ich für einen Auslandeinsatz die halbe Elektronikausrüstung der AirForce One mitgeschleppt habe. Mein wichtigstes Hightech-Teil ist eindeutig mein iPhone!

Für die Arbeit habe ich ein Lenovo X60 welches unglaublich praktisch ist wenn man viel fliegt. Es ist leicht, kompakt und zudem äusserst zuverlässig. Ich habe zu Beginn meiner Exporttätigkeit einmal ein Dell 15″ Notebook gehabt und schon nur das Netzteil war glaub ich schwerer als mein heutiges Notebook. Mit dem Lenovo habe ich heute auf meinen Reisen alles dabei. Zur Synchronisierung mit den Daten vom Netzwerk benutze ich uSync Clone. Einfach vor dem verlassen des Büros mit einem Klick alle Dateien auf den neusten Stand bringen. Die Notizen habe ich mittlerweile dank Evernote auch bei mir. Ich finde eh, dass Evernote das wohl revolutionärste neue Konzept zur Verwaltung von allem möglichen mitbringt. Ich hab dank Evernote auch auf meinem iPhone Zugriff auf die Dinge an denen ich gerade arbeite und kann alles was mir vor die iPhone Linse kommt gleich mal festhalten.

Dein erster Apple Computer?

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1998 habe ich mir den ersten Apple Computer in Form eines G3 direkt aus Amerika bestellt. Dank dem ich in einer internationalen Firma arbeitete habe ich mir das Gerät sozusagen über die interne Post bestellt wodurch ich einiges an Kosten gespart habe. Damals war noch Mac OS 9 Trumpf und man konnte sich so alle 12 Monate über ein kleines dot Release freuen.

Das waren noch ganz andere Zeiten und ich freue mich dass Apple seither immer schön gewachsen ist und mittlerweile wieder eine richtig grosse Nummer im Computer Business ist. (Woran ich ja mit meinem G3, Powerbook G3, Powerbook 15″ Titan, Powerbook 12″ Alu und dem schwarzen MacBook ja nicht ganz unbeteiligt bin. Bei uns zuhause sind heute 3 MacBooks, 1 Powerbook 12″, 1 iBook G3 14″, 2 iPod Shuffle, 2 iPod Nano 4te Generation, eine Time Capsule und ein iPhone im Einsatz)

Du und das BlogcampSwitzerland?


Dem Leumund sein Sofa – Die Attraktion am Blogcamp (neben den Referaten natürlich)

Ich war bisher zwei mal am Blogcamp und habe dabei nicht wirklich an den Sessions teilgenommen sondern versucht die Vielfältigkeit der Schweizer Blogszene festzuhalten. Die Animation von Standbildern in einer Art Zeitraffer mit den Bildern von Bloggern die diese selber gemacht haben finde ich ein gutes Mittel dazu.

Ich überlege mir das ganze noch zu perfektionieren in einer Art Selbstbedienungskonzept wo man auch die URL und E-Mail Adresse angeben kann. Mal schauen ob ich das hinkriege. Hier das Bild vom Blogcamp 3 mit dem prominentesten Teilnehmer Moritz Leuenberger.

Dem Leu sein Sofa – Der Film

Du und Twitter?

Twitter ist eine Art Kommunikationsparadies für mich. Man ist nicht 1 zu 1 wie bei einem Chat sondern man ist 1 to many. Man kann seine Gedankengänge mit einer grossen Anzahl Menschen teilen und wenn man Fragen zu irgendwelchen Dingen hat hilft einem da draussen irgendjemand mit einer Antwort. Am Montag werde ich zum ersten mal an ein #tweetup in Zürich gehen um ein paar weitere Twitterer kennenzulernen. Folgen kann man mir bei Twitter unter @leumund.

Welches ist Dein liebster eigener Post?

Interessanterweise sind zumeist die eigenen Lieblingsposts diejenigen welche kaum ein Echo hervorrufen daher will ich diese nicht hervorkramen sondern über meine Lieblingskategorie berichten. In Umwelt schreibe ich über Themen in Bezug auf die Umwelt. Ich bin kein Umweltschützer, ich mache mir aber immer mehr Gedanken über die Nachhaltigkeit der Dinge. Eigentlich sollte ich wieder aus der SVP austreten und eine Sektion der Grünliberalen Partei in Murten/Fribourg gründen. Ich merke immer mehr dass mir diese Einstellung passt. Ansonsten verblogge ich nun schon fast mit beängstigender Regelmässigkeit seit fast 10 Wochen immer am Sonntag Abend meine abgefahrenen Links der Woche.

Welche 4 Tipps gibst Du einem Blogger-Neuling?

Ich habe letzthin eine Liste mit 4 Tipps erstellt:

  1. Zeig deine Position und Meinung und frage nicht nach der Meinung anderer.
  2. Stelle die E-Mail Benachrichtigung für neue Kommentare ab.
  3. Reagiere angemessen auf Kommentare
  4. Kreiere deine eigenen Regeln.

Welcher Bloggertyp wärst Du am ehesten?

Ich bin der Allerleiblogger!

Das letzte Wort hat der Pixelfreund – Der Leu und ich

Ich habe Christian am Blogcamp vor zwei Jahren natürlich vor dem berüchtigten Sofa kennen gelernt. Das Sofa hat dieses Jahr am Blogcamp richtig gefehlt. Vielleicht sollten wir das im kommenden Jahr institutionalisieren. Es gibt der CH-Bloggerszene erst richtig ein Gesicht.

Mit Christian führe ich immer wieder Diskussionen über Layout und Usability (unserer Nischenblogs) und bin ähnlich experimentierfreudig in der Anordnung von Site-Elementen. Schlussendlich hat dies dazu geführt, dass wir beide beim Thesis Theme gelandet sind und wieder mehr an den Inhalten, als am Drum-und-Dran arbeiten.

Ich teile mit dem Leu die Einstellung zum (persönlichen) Blog. Gebloggt wird, was beschäftigt. Weil es aktuell ist und nicht um der Themen willen. Und so wird man mit der Zeit automatisch ein Allerleiblogger. Genau darum lese ich www.leumund.ch regelmässig. Weil es immer wieder überrascht. Neue Themen aufbringt und eben in weiten Teilen viel Persönliches zeigt.

In der Serie “Blogger Portraits” werde ich wöchentlich einen Blogger vorstellen oder besser, sich selber vorstellen lassen. Im Unterschied zu Bloggingtom’s Blogtipps stehen hier nicht die Inhalte der Blogs im Zentrum, sondern persönliche Facetten und kleine Einblicke in das Leben meiner Lieblingsblogger.

6 Kommentare

  1. Interessant, interessant! Ich liebe diese Bloggerportraits. Durch die digitalen Bekanntschaften bekommt man manchmal ein verblendetes Bild einer Person. Diese Portraits hier bringen die Tatsachen auf den Tisch – äh Blog.

    Dass Leumund ja wirklich was arbeitet, wusste ich z.B. nicht! Und der Austritt aus der SVP macht ihn auch sympatischer. ;-)

  2. Pingback: Das grosse Blogger Portrait

  3. Danke (einmal mehr) für die Bloggerportraits. Heute über den Herrn Leu, den ich schon immer gerne „verfolgt“ habe :-)

    @ Christian:
    Du hast hier in Deinem Portrait einen Satz geschrieben, den ich mir hinter die Ohren schreiben werde …

    Im letzten Jahr habe ich für mich entdeckt dass ich viele meiner Ideen die ich normalerweise versuchweise experimentell umgesetzt habe um dann bei 80% stehenzubleiben auch einfach bloggen kann.

    … und vielleicht sogar zu einem Grundsatz meiner Bloggerei machen werde!

  4. Capo sagt

    Schoen geschrieben.
    Was ich aus deinen Tweets schon geahnt hatte, hat sich heute am #tweetupch bestaetigt. Offen freundlich und gerade aus.
    Dein Blog hat den weg in meine Feedliste gefunden.

  5. Einmal mehr ein äusserst spannendes, lesenswertes Bloggerportrait. Danke.

Kommentare sind geschlossen.