Blogger Portraits

Blogger Portraits – Marcel Widmer

Name Marcel Widmer
Blogadresse http://www.jobblog.ch
http://www.b-seite.ch
Twitter Profil http://www.twitter.com/marcelwidmer
   

Wer bist Du?

Ich bin stolzer Vater einer pubertierenden Tochter. Mein aktueller Alltag besteht zu (gefühlten) 200% aus Wiederholungen dessen, was ich vor (gefühlten) 2 Sekunden schon einmal gesagt habe. Ihr könnte mir glauben: mittlerweile machen mir Wiederholungen echt Mühe.


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Nehmt’s mir also nicht übel wenn, ich mich hier nicht auch noch wiederhole. Und lest doch bitte hier und hier, was ich schon mal gesagt bzw. geschrieben habe ;-)

Das hier gezeigte Foto ist nicht ganz so lasziv wie jenes von BloggingTom – meins ist eher sachlich/nüchtern. (Wer sich aber wie ich an alten (Pass-)Fotos halb totlachen kann … voilà.)

Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Oh, diese Frage habe ich schon etliche Male beantwortet (ich sag’s ja: mein Leben besteht zur Zeit aus Wiederholungen). Oh, diese Frage habe ich schon etliche Male beantwortet (ich sag’s ja: mein Leben besteht zur Zeit aus Wiederholungen). Nein, ernsthaft …

Ich habe mich 2003 als Berater selbstständig gemacht. In den ersten Jahren habe ich meinen “Navigationletter”, einen klassischen eNewsletter, an über 1000 Abonnenten verschickt. Monat für Monat. In jedem Newsletter hatte ich ein Schwerpunktthema und zwei, drei Nebenthemen – jedes mit einem umfangreichen Artikel beleuchtet. Am Tag vor jedem Erscheinen des Newsletters war mir klar: heute gibt’s wieder eine Freinacht. Ich suchte also nach Alternativen. Ich wollte meine Kunden weiterhin regelmässig mit interessanten Informationen versorgen – einfach ohne den Stress am Tag davor.

Über sieben Ecken bin ich dann auf Websites gestossen, auf denen Informationen in kleineren oder grösseren Portionen und teilweise mehrmals pro Woche veröffentlicht wurden. Ich habe geforscht und herausgefunden, dass dies “Weblogs” seien. Ich habe weiter gegoogelt, testinstalliert, testgeschrieben. Zuerst Serendipity, dann WordPress. Am 20. Dezember 2004 erschien dann mein erster Artikel im JobBlog: Weihnachtszeit ist Incentives-Zeit.

Worum geht es in Deinen Blogs?

Im JobBlog, meinem Fachblog, geht’s um Themen wie Beruf, Stellenwechsel, Karriere usw. Darin berichte ich aus meinem Berufsalltag als Berater und Coach und gebe Tipps zu Karriere, Führungsaufgaben und ähnlichen Themen. Diesen Blog betreibe ich seit über 4 Jahren, in den letzten Monaten allerdings nicht mehr ganz so intensiv wie früher (Neues und eine Motivationsspritze für mich sind aber “in Arbeit”). Es freut mich sehr, dass ich auf dem JobBlog noch immer über 1000 Besuche pro Tag verzeichnen kann.

Meine ernsthafte Arbeit als Berater und Coach schliesst natürlich überhaupt nicht aus, dass ich auch eine witzige Seite habe – im Gegenteil (das wird jetzt aber niemanden erstaunen, oder?). Und diese so gut wie überhaupt nicht ernsthaften Elemente habe auf meinem “Zweitblog” ein Plätzchen gefunden: auf der B-Seite. Hier publiziere ich Zeugs, das im JobBlog störend wäre, aber die Menschheit unbedingt erfahren muss *hüstel*. Oder anders formuliert: “Keine Angst, der will nur spielen!” ;-)

Und im Moment ist ein drittes Blog am Entstehen. Eher persönlich. Mit der ganzen Vielfalt, die (m)ein Leben ausmacht. Irgendwann. Hier …

Welches ist Dein liebster eigener Post?

Künstler sagen ja immer, dass ihnen alle Werke gleich lieb sind. Wie die eigenen Kinder. Da ich aber kein Künstler bin, habe ich weder alle Artikel lieb, noch einen allerallerallerliebsten Artikel. Ich bin da ja auch nicht so wichtig – wichtig sind meine Leserinnen und Leser und der Dialog mit ihnen.

Die meistgelesenen – und somit liebsten Artikel meiner Leser – sind 100 Fragen im Vorstellungsgespräch auf dem JobBlog (in etwas mehr als 2 1/2 Jahren über 107 000 mal gelesen) und Sex 2.0 auf der B-Seite (rund 12 500 mal gelesen in 2 Jahren).

Hast Du eine eigene Blogger Philosophie?

Philosophie? Ein grosses Wort! Meine Zielsetzung mit dem ersten Blog – dem JobBlog – war (und ist) es, dass ich mir als Berater und Coach mit authentischen Artikeln “ein Gesicht geben” will. Und dieser Zielsetzung bin ich mit den anderen Blogs (B-Seite und marcelwidmer.ch) treu geblieben. Authentizität hat für mich einen sehr hohen (Stellen-)Wert – nicht nur bei Bloggen!

Welcher Bloggertyp wärst Du am ehesten?

Hier ist das gleiche “Problem” wie mit den politischen Parteien. Ich bin sehr vielseitig und differenziert. Und so habe von (fast) allen Bloggertypen etwas. Das Schicksal von uns Menschen mit sehr breiten Interessen und Talenten ist: wir müssen damit leben können, dass es für uns keinen passenden Bloggerbuttons geben kann. Obwohl … wäre “Breitblogger” eine Lösung aus dem Bloggerbutton-Auswähl-Dilemma? ;-)

Welche Blogs liest Du regelmässig?

Ich habe mich zum Jahresende 2008 durchgerungen, die Blogs in meinem RSS-Reader drastisch zu reduzieren. Von über 300 Blogs sind jetzt noch gut 60 übrig geblieben – und die lese ich (fast) täglich und mit grosser Freude. Es sind Blogs, die sich in zwei Kategorien unterteilen lassen: Fachblogs und Blogs, bei denen mich der Blogger/die Bloggerin interessiert und fasziniert (Stichwort: Authentizität!).

Welche 3 Tipps gibst Du einem Blogger-Neuling?

  1. Nicht auf die Bloggerregeln achten, die irgendwelche Oberlehrer-Blogger festgelegen wollen! (Du lässt Dir ja auch nicht vorschreiben, dass Du mit einem Blatt von Deinem Notizblock keine Papierflieger falten sollst.)
  1. Mutig sein und so bloggen, wie’s Dir gefällt! (Dass Du später beim Schreiben auch über die Bedürfnisse Deiner Leser/innen nachdenkst, kommt aufgrund deren Kommentare von alleine.)
  2. Akzeptieren, dass Du mal mehr, mal weniger und mal überhaupt Lust zum Bloggen hast! (Dann überstehst Du auch die Keine-Lust-zum-Bloggen-Zeiten ohne schlechtes Gewissen.)

Hast Du neben Deinem Blogs weitere Web-Projekte zu laufen?

Zum einen habe ich meine Firmen-Website wie auch meine Stellendatenbank (nicht öffentlich) selbst unter WordPress entwickelt (das bedeutete: lange Nächte und Wochenenden – aber es hat sich gelohnt!).

Zum anderen beschäftige ich mich zur Zeit als Schulrat der Primarschule in Wollerau mit dem Thema, wir das Wissen von über 40 Lehrern und Lehrerinnen vervielfachen können, indem wir sie das Wissen teilen lassen (es wird bestimmt eine Web-Anwendung werden. Ob Wiki, Blog oder
was ganz anderes, wissen wir allerdings noch nicht).

Du und das BlogCampSwitzerland (Hast Du gar auf dem Leu seinem Sofa gesessen)?

Ich hab’s – dem guten Willen zum Trotz – bisher noch nie ans BlogCampSwitzerland geschaft. Auch nicht aufs Sofa vom Leu. Ich hab’s mir aber für dieses Jahr fest vorgenommen (das BlogCamp, meine ich, nicht das Sofa).

Hast Du ein Lieblings-T-Shirt?

Nein. Aber ich habe mir extra fürs BlogCampSwitzerland 2009 T-Shirts bestellt – da steht ziemlich banal drauf @marcelwidmer:

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(Wow – jetzt schaffe ich zum Schluss sogar noch einen einigermassen eleganten Übergang zum Twittern …!)

Du und Twitter?

Vor mehr als einem Jahr macht ich die ersten Versuche. Es hat mich aber nur mässig bis überhaupt nicht gepackt. Und so habe ich die (mittlerweile oft zitierte) “Weisheit” formuliert: “Bloggen ist Dialog, Twittern ist Monolog”. Irgendwann im letzten Jahr habe ich mal wieder reingeschaut und es mich gepackt. Und nun gefällt’s mir – ich (und offenbar viele andere) habe Spass damit. Nicht mehr, nicht weniger.

Ich habe es kürzlich mit einer gemütlichen Stammbeiz verglichen. Manchmal habe ich Lust, dort reinzuschauen. Und manchmal während Tagen oder gar Wochen nicht. Wenn ich wieder komme, gibt’s keine Vorwürfe, dass ich schon lange nicht mehr da gewesen sei – man freut sich einfach. Ich kurz “reinsehen”, wer da ist, will ein bisschen plaudern. Mal witzig, ab und zu auch mal ein ernsteres Thema. Und wenn’s genug ist, sage ich “Tschüss” und gehe. Unkompliziert. Und Freundschaftlich. (Das einzige, was fehlt, ist ein reales Bier. Aber dazu kann man sich mit Twitterern auch im richtigen Leben treffen: zum Beispiel am 24. Februar zum #twitterbier!)

Apropos “mal witzig”: einen Mordsspass hatten wir bei Twitter mit der von mir innert 5 Sekunden und ohne irgendwelche Absichten ausgelösten Aktion “#santamütze”, mit der wir einen neuen Weltrekord aufgestellt haben :-)

santamütze

Noch Fragen? Dann vielleicht schon bald auf Twitter – @marcelwidmer

 

Das letzte Wort hat Pixelfreund. Marcel und ich.

Ein Blogger mehr, den ich erst auf Twitter und erst danach persönlich kennengelernt habe. Als Early Adopter der Santamützen-Aktion habe ich mit Marcel die gesamte Followerschaft auf die Probe gestellt und über Wochen mit den roten Mützen strapaziert. Das erste #twitterbier #zuerisee, das Marcel ins Leben gerufen hat,  war ein voller Erfolg und wird sich hoffentlich etablieren. Schon bald ist es wieder soweit. Schlussendlich hoffe ich einfach, das Marcel mir nicht die Freundschaft kündigt, nachdem ich am Blogcamp in der Twitter-how-to Session seine die „Guten Morgen Tweets“ verboten verunglimpft habe.

 

 

In der Serie “Blogger Portraits” werde ich wöchentlich einen Blogger vorstellen oder besser, sich selber vorstellen lassen. Im Unterschied zu Bloggingtom’s Blogtipps stehen hier nicht die Inhalte der Blogs im Zentrum, sondern persönliche Facetten und kleine Einblicke in das Leben meiner Lieblingsblogger.

8 Kommentare

  1. Wieder ein interessantes Bloggerportrait!

    Habe ich schon gesagt, dass ich das ein interessantes Bloggerportrait finde? ;)

  2. @ralph: Zum Thema Good-Morning-Tweets:

    Wieso soll ich Dir die Freundschaft kündigen? Nur weil Du nicht alles gut findest, was ich tue? … Hmmm … Der Gedanke hat was … (Danke für den Denkanstoss).

    Morgen für Morgen würde ich gerne „Guten Morgen“ twittern, trau mich aber kaum noch! Da sieht man wieder, wie einflussreich Blogger sind!

  3. Ich hab’s – dem guten Willen zum Trotz – bisher noch nie ans BlogCampSwitzerland geschaft.

    Das steht ja oben im Text. Dass du dann doch am BlogCamp warst habe ich vergessen. Schliesslich war ich ja nicht dort.

  4. @Christian: Sapperlot, Du hast eigentlich recht. Der Hund liegt in der Chronologie begraben: diese Bloggerportrait habe ich lange vor dem BlogCamp geschrieben. Und dann haben wir’s nicht mehr angepasst. Jetzt sieht’s natürlich so aus, als wär‘ ich am letzten gar nicht gewesen.

    @Ralph: Ich meine nicht, dass deshalb das Portrait überarbeitet werden muss. Aber für die Zukunft haben wir was gelernt …

  5. Pingback: Steinis beim Pixelfreund

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