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Do you poken? Das Ende der Visitenkarten?

Seit Monaten geistern Sie auf den Social Media Konferenzen, Blogcamps und den üblichen Veranstaltungen herum. Skelette, Monsterchen, Pandas und Biene Majas. Momentan aber noch nicht in Rudeln.

Die Rede ist von Poken. Poken sind kleine Geräte, die die eigenen Profile von Facebook, XING, Twitter, Myspace, Netlog etc.gespeichert haben und diese per Berührung austauschen. Eine moderne Form des Visitenkarten-Austausch-Rituals.

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Poken Monsterchen (mit iPhone QuadKamera aufgenommen)

Nüchtern betrachtet ist ein Poken ein USB Stick mit japanisch anmutendem Namen und einer unerträglich doofen Figur als Schutzhülle, welcher beim Einstecken eine Website aufruft, auf der man die gespeicherten Profile verwalten kann. Und nun?

Sinn und Zweck wäre nun, das man an anstelle von Handynummer oder Visitenkarten eben die Profildaten via Poken austauscht. Das ist eigentlich sehr praktisch. Zumindest für alle Facebook und XING Fans. Allen anderen wird sich der Sinn nicht erschliessen.

Etwas Kritik

Die mehrheitlich erwachsenen Besucher der Blogcamps und Konferenzen stören sich am kindlichen Design der Figuren und wünschten sich etwas neutrales oder eben stylisches („wenn Apple die machen würde dann sähen sie aus wie…“. Die mit den Pandas outen sich solange eben als Twittersissis oder Pokensissis.

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Die Pokens in Originalverpackung (Quelle)

Konkurrenz belebt das Geschäft – Hallo mein Name ist Ameise

Seit über 2 Jahren gibt es auch schon das amerikanische Pendant. Den „Hello my Name is E“, der mit dem Namen und der Domain, die man sich nicht merken kann. So à la „Hello my name is Ameise„. Der hingegen kommt in ganz anderem Design daher. Schick, schick.

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Hellomynameise – Doofer Name, schickes Design

Was ist nun besser? Ein Produkt mit doofem Figürlein oder eins mit doofem Namen? Gemeinsam haben sie beide das Problem, dass kaum jemand sie nutzt. Sogar die Geeks, Nerds und Gadgetomanen sind nicht in helle Begeisterung verfallen. Am letzten Twitterdinner gehört:  „Hast Du auch ein Poken?“ – „Ja, aber zu Hause.“. Das ist symptomatisch.

Damit das Unterfangen gelingt, müssen die jungen Firmen jetzt Vollgas geben, solange der Facebook und Twitter-Hype noch im Gange ist und möglichst viele Geräte an möglichst viele Zielgruppen in möglichst kurzer Zeit bringen. Sonst geht bald einmal der Schnauf (und das Venture Kapital) aus.

Und wenn ich künftig gefragt werde „Do you poken“? Dann krame ich das grüne Mönsterchen am Schlüsselanhänger aus dem Sack und sage entschuldigend: „Ich habe eben nur das grüne Mönsterchen, weil @riwi das Skelett wollte. Aber immer noch besser als der Panda. Der ist was für #twittersissis“.

Die Diskussion ist eröffnet. Hier können sich die Panda- und BieneMaja Besitzer outen. ;.)

Update:

Ganz vergessen zu schreiben: Warum nicht ein Swarovski Propfen auf den Stick? Das eröffnet ganz neue Zielgruppen und Swarovski gibt es ja schon sowieso für alles. Kristalle auf dem Sackmesser, dem USB Stick und demnächst vermutlich auch für den „Wurschtbrötler-Stecken“.

11 Kommentare

  1. haha, gut geschriebener beitrag. mir geht es genauso. wollte einen poken, damit ich einen habe … auch wenn das design bescheuert ist (am zielpublikum vorbei, zumindest in europa) und ich wohl nie verwendung dafür haben werde. aber ich bin halt ein geek.

    trotzdem halte ich das ganze für interessant. nach einem «high five» erhalte ich die digitale visitenkarte, welche durchaus ihren sinn hat. alle möglichen links und kontaktmöglichkeiten, portraitfoto usw. in einer «karte». interessant wäre ein export als csv, um das ganze dann z.b. auch in das osx-adressbuch zu imporieren.

    bin gespannt, wann ich meinen poken das erste mal zücken kann.

  2. Was mir fehlt ist das Connecten, ohne „physischen Kontakt“. Also beispielsweise, wenn ich den Twitter-Account von jemandem (zB dir) kenne und ich die Poken-Visitenkarte sehen möchte. Da müsste es doch möglich sein, eine Anfrage via Webplattform doyoupoken.com zu starten, die du dann annehmen kannst oder nicht.

    Ich hab den Voodoo-Poken – ist zwar (wie alle) recht klobig, das stimmt – aber ich finde sowas freakiges gar nicht mal so übel. Tut den überkorrekten Schweizern doch auch mal gut :-) (ausserdem werden businesstauglichere Designs später noch kommen, liess der „Erfinder“ in einem Interview durchblicken).

    unfollow @therules.

  3. Meiner sollte diese Tage kommen, sollte.. Geschenkidee.ch ist irgendwie nicht gerade schnell im Versand.

    Oute mich als twittersissi :) Habe eine Panda bestellt weil dieser noch am normalsten aussah, naju, bin ich halt eine Sissi.

    Ich sehe das aber genau wie du, wahrscheinlich werde ich den/das/die Poken nie nutzen. Entweder weil ich ihn irgendwann nicht mehr dabei habe oder weil sonst keiner einen hat.
    Aber wir sind halt alle Geeks und Nerds die solche Dinge natürlich gleich kaufen und testen müssen ;)

  4. Guter Beitrag!
    Bin sehr skeptisch, ob sich die Dinger durchsetzen werden. Und bezüglich Design habe ich gehört, dass man zur Zeit an einer Sonderedition „Rosamunde Pilcher“ für #twittersissis und #pokensissis arbeitet… soll in rosa daher kommen…

  5. …hab im februar auch nen post angefangen, aber den, wie soviele, irgendwie nicht fertiggestellt!! :(

    nun gut, ich hab den roten skeleton, noch, denn wir haben uns schon eine geisha und den feuerfuchs im fernen niederlande geordert, wollen ja speziell sein!! ;) #gaell pokenmum *

    das design habe ich mit @magganpice am BLGYFIGUGEGL diskutiert, eben businesstauglich ists noch nicht. es gibt schon welche, die sich mit FIMO einen eigenen pfropfen gebaut haben, leider noch keine bilder gesehen, aber auch noch nicht danach gesucht! das poken wird wohl jeder besitzer irgendwann oeffnen muessen, da die batterie nach ca. 6monaten getauscht werden muss. dabei wird auch die platine zum vorschein kommen, welche in diesem zustand auch anderweitig verbaut werden koennte. @moeffju hat das ganze mal „gehackt“ und in ein post verfasst. entgegen der weitverbreiteten ankuendigung *geschenkidee.ch* handelt es sich nicht um IR datenuebertragung, sondern wirklich um schwaches RFID. diese funktion so, koennte auch mit handys erreicht werden und wir koennten die idee von doyoupoken nutzen, ohne ein weiteres gadget mitschleppen zu muessen… ;)

    von der pokensite wuerde ich mir noch eine „blankpage“ wuenschen, quasi eine selbstbaubare micropage, anstelle nur die profile der socialmedias zu verlinken. haette auch gerne eine „gruppen“ funktion, will meinen geschaeftspartnern ja viellicht nicht alle kontaktmoeglichkeiten offenbaren, guten, reallen freunden dagegen schon!

  6. Endlich weiss ich was ein Poken ist! Design ist nicht gerade chic. Genau, von Apple sollten diese Dinger rauskommen, sonst kauf ich das nicht;-)
    Ausserdem ist mir nicht klar, was der Zusatznutzen sein soll, denn die wenigsten Menschen wissen was es ist, geschweige besitzen so ein Ding…
    Die Idee von @sam ist gut! Finde ich auch voll mühsam, meine Followers auf Xing und Facebook nachzutragen.

    Bin gespannt, wie sich das entwickelt!!

  7. @sam – ich warte nur auf den „Swarovski Propfen“ anstelle der Figürli…

    @knowled – Danke für „Do you hacken?“ Link

    @andi – Am nächsten Twitterdinner kannst Du den Poken zücken.

    @Rico – Du bisch tschuld.

  8. Da der Twittersissi Poken zur Zeit bei Geschenkidee.ch nicht an Lager ist, habe ich meine Bestellung auf ein Poken Skelett geändert.

    Juhu, kein Twittersissi mehr ;)

  9. Herrlich, Dein Artikel. Einmal mehr … Und ich bleibe dabei: Poken ist – egal ob Panda oder Skelett – Social-Teletubby-Zeugs ;-)

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