Testbericht Nikon Coolpix P6000

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Wie versprochen, berichte ich über meine Erfahrungen mit der Nikon Coolpix P6000, die ich während eines fast 3-wöchigen Aufenthalts in den USA ausgiebig getestet habe.

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Nikon P6000 – Quelle Alex W.

Die Anforderungen vom letzten Post waren hart:

  • leicht
  • einhändig bedienbar
  • Manuelle Einstellung von Zeit, Blende und Empfindlichkeit
  • Kurze Einschaltzeit und Auslöseverzögerung
  • Schnelle Speichergeschwindigkeit
  • Serienbild Funktion
  • SD Karte (und nicht nochmals ein anderes Speichermedium)
  • GPS (als langgehegter Wunsch)
  • Megapixel (ja, soll sie auch haben ;-))
  • 16:9

Alles vorhanden.

Ich habe die P6000 nun 3 Wochen täglich im Gebrauch gehabt. In allen möglichen und unmöglichen Situationen. In der Wüste, im blinkenden Las Vegas, in der Dämmerung am Time Square, auf dem Empire State Building bei bedecktem Wetter, mit viel Gegenlicht in den Rebbergen von Napa Valley, im rasenden Taxi des verrückten Koreaners, vor der Golden Gate für die typischen Touri-Portraitfotos und nicht zuletzt mit Stativ für Time Lapse am Einkaufswägeli während des LAN Party Einkaufs. Ein gute Übungsanlage oder? Hier kommt der Bericht:

Schnappschüsse und Lomostyle – Perfektes Handling

Oft fotografiere ich einfach aus dem Handgelenk heraus im “Lomostyle“, was (allen) meinen Kameras den Beinamen “Unscharfgerät” eingetragen hat. Auch dafür ist die Nikon P6000 sehr gut geeignet. Sie liegt absolut perfekt in der Hand, ohne dass man nach 30 Minuten bereits einen Krampf in der Hand hat (wie bei den Canon EOS Modellen). Darüber hinweg hält man sie auch mit ZWEI Fingern, dank perfekt ergonomischem Handgriff.

Mit einem Finger ist die Kamera ein- und ausgestellt und binnen 1 Sekunde betriebsbereit. Auch der Auslöser geht in Sekundenbruchteilen. Perfekt für Schnappschüsse. Dies gilt aber nur für den JPG Modus. Bilder im RAW Format benötigen 3-4 Sekunden Speicherzeit. Aber das ist ja auch ein anderer Anwendungsfall, als Schnappschüsse zu machen (und warum NIKON ein eigenes RAW Format braucht ist ein anderes Thema).

Die Kamera liegt nicht nur leicht in der Hand, sie ist faktisch deutlich leichter als die Konkurrentin Canon G10.

Einstellmöglichkeiten und Programme – fast wie eine SLR

Wie von den SLR Kameras gewohnt, verfügt die P6000 über eine Programm, Zeit- und Blendenautomatik sowie einen manuellen Modus. Darüber hinweg können die gewählten Einstellen zusätzlich als benutzerdefinierte Einstellungen gespeichert werden. Man hat damit sofort über das Wählrad Zugriff auf zwei zusätzliche, persönlich gespeicherte Voreinstellungen.

Die Kombination von Automatik, Programmautomatik, zwei benutzerdefinierten Voreinstellungen sowie einer grossen Anzahl vordefinierter Scenes oder Motivprogramme kommen einem “Schnappschiesser” wie mir sehr entgegen.

Binnen kürzester Zeit ist eine optimale Einstellung für viele Standardsituationen ausgewählt. Wer bedacht und gezielt ein Foto machen will stellt selber Zeit oder Blende ein.

Bildqualität – Hier sind die Stärken

13 Megapixel sind wohl etwas übertrieben, aber es verdeutlicht die Ansprüche der Nikon P6000, DIE optimale Bridgekamera zu sein. Aber dank der schnellen Speichergeschwindigkeit kann auch in der besten JPG Qualität in der höchsten Auflösung noch 1 Bild pro Sekunde geschossen werden. Nachteil dieser hohen Auflösungen ist natürlich das Rauschen, das bei verschiedenen Einstellungen schneller vorkommt, als bei weniger ausgereizten Sensoren.

Am hervorragenden Objektiv gibt es nichts auszusetzen. Kaum Vignettierung an den Ecken trotz Weitwinkelobjektiv und sehr gute Lichtstärke in dieser Klasse.

Digitalzoom kann und will ich nicht bewerten, da ich es defaultmässig immer ausschalte. Digitalzoom gehört sowieso verboten.

Serienbilder und Timelapse – Fünfer und Weggli

Im Moment fragen alle und der Leu nach Timelapse Videos. Die Nikon P6000 ist in doppeltem Sinne geeignet. Sie verfügt sowohl über sowohl über eine Video-Zeitraffer Funktion in 640×480 mit 30fps, aber noch viel besser gefällt mir die Serienaufnahme im “normalen” Fotomodus. Damit können Timelapse Aufnahmen auch in der vollen Auflösung erstellt werden.

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Screenshot Benutzerhandbuch Nikon P6000 – Menu Serienaufnahme

Vordefinierte Motivprogramme – Gut und schnell

Zugegeben; ich habe die Preset-Motivprogramme lange als “Anfängerzeug” verschrieen, vermieden und verachtet. Nach dem genauen Studium des Betriebshandbuchs muss ich aber eingestehen, dass die Ingenieure bei Nikon sich (softwaremässig) schon etwas dabei überlegt haben.

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Screenshot Nikon Benutzerhandbuch Nikon P6000 – Motivprogramme

Darunter sind einige Situationen, wie z.B. Strand/Schnee oder Gegenlicht und Sport, bei denen ich früher(!) in der Mehrheit der Fälle mehr schlecht als rechte Fotos nach Hause gebracht hatte.

Allerdings ist hier vorgängiges Studium des Handbuchs gefragt. Wer genau versteht, welche Einstellungen die Motivprogramme provozieren, der kann sie erst zielgerichtet einsetzen.

Integriertes GPS – fragil und pfriemelig

Das ärgerliche Kapitel an diesem Kamerareview ist ausgerechnet das GPS Kapitel, da genau die GPS Funktion den Ausschlag für den Kauf bzw. den Vorzug gegenüber der Canon G10 gegeben hat. Ich als alter Canon-Fanboy bin erstmals ins Nikon Lager fremdgegangen und nun sowas.

Die GPS Funktion macht nichts anderes, als die Längen- und Breitengrade in die EXIF Information zu schreiben. Es ist also nicht ein GPS Logger, der die zurückgelegte Route etwa als GPX File aufzeichnet.

Es dauert mehrere Minuten, bis die GPS Funktion startet und erstmals die Verbindung zu einem Satelliten etabliert. Schon unter dichten Bäumen, nahe an Häuserwänden oder der Supergau, zwischen den Hochhäusern in New York ist eine Verbindung reine Glückssache.

Auf freiem Feld klappt die Verbindung meistens, aber auch jeweils unterschiedlich schnell.

Das weitere Problem ist der vergleichsweise hohe Akkuverbrauch bei aktivierter GPS Funktion, denn auch bei ausgeschalteter Kamera bleibt die GPS Verbindung bestehen,

Ich habe mich anfänglich echt geärgert, nicht zuerst die Testberichte gelesen zu haben. Nachdem ich einige Nächte darüber geschlafen habe, habe ich wieder Frieden mit der Kamera geschlossen. Denn wenn ich ehrlich bin, brauche ich die Funktion gar nicht, da ich meine Fotosammlung nicht mit Geotags erschliessen will. Im Einzelfall habe ich das GPS ja doch und als Alternative könnte ich immer noch schnell das Trails auf dem iPhone mitlaufen lassen und die Fotos danach mit den Geotags versehen oder einen robusten GPS Logger auf den Blitzschuh schnallen.

RJ45 – Ethernet Anschluss

Ist ja geil. Hab ich mir beim Kauf gedacht. Rasch per Netzwerkkabel anschliessen und gut ist. Denkste. Die Funktion ist ausschliesslich für den Upload ins Nikon Picture Town gedacht. Das ist ein Flickr oder Picasa Klon einfach von Nikon. Da kriegt man 2GB online Speicherplatz geschenkt.

Ich für meinen Teil möchte mich mit meinen Bildern nicht an ein Kameramodell oder einen Hersteller binden. Aber zu Backup Zwecken auf Reisen finde ich das eine gute Idee.

Zubehör

Ich habe auf letsgodigital gesehen, dass es einen Weitwinkel Converter, einen kleinen guten Blitz sowie einen Infrarot-Auslöser für den Selbst- bzw. den Fernauslöser gibt. Die habe ich jetzt bestellt und werde vielleicht einen Folgebericht schreiben.

Fazit

Die Nikon P6000 hat mir (als Canon User) den Umstieg sehr einfach gemacht. Einfach und intuitiv bedienbar und mit gutem Handbuch. In den 4 Wochen habe ich mich sehr gut an die Kamera gewöhnt. Sie erfüllt mit Ausnahme der enttäuschenden GPS Funktion alle Anforderungen und ich hätte sie im Nachhinein wegen der Grösse und Gewicht trotzdem der Canon G10 vorgezogen.

Ich habe mit der Nikon P6000 einen weiteren ständigen Begleiter in meinem Gadget-Park gefunden. Das ist die erste (kompakte) Digitalkamera, die mich echt begeistert, nicht so wie alle die vorgängigen Ixus, Exilims und Nonames. Einzig die Lumix DMC-LX2 hat mir bis anhin dank 16:9 Format, RAW, Weitwinkel, Leica Objektiv ähnlich gute Dienste getan, aber diese ist längst nicht so bedienerfreundlich und nicht so griffig.

Plus

  • Intuitive Bedienung
  • Handlich und Grifffest
  • Akku Laufzeit
  • Gewicht
  • Geschwindigkeit
  • Qualität
  • Zubehör
  • Benutzerdefinierte Programme
  • 16:9 Format
  • Programmauswahl (Nacht, Gegenlicht etc.)
  • Optischer Sucher (zum Durchgucken)
  • 2 Speichermöglichkeiten von userdefinierten Programme
  • Objektiv / Qualität

Minus

  • GPS
  • Keine Langzeit-Belichtung
  • Starkes Rauschen bereits ab 800 ISO

Weitere Links

Sehr ausführlicher Testbericht und Vergleich zwischen Nikon P6000 und Canon G10

Detaillierter Test der Nikon P6000 mit Beispiel Bildern

Übersichtliches Summary und Review bei letsgodigital.org

Autor: Ralph

Ralph Hutter. Schreibt über Web 2.0 Trends, Fotografie, Netzkultur, geeky Gadgets, iPhone Apps und neue Medien.