Musik

Bruce Springsteen und das Vogel-Lisi

…oder wie man binnen 30 Sekunden ein Stadion zum Singen bringt. “The Boss” hat am Dienstag ein beeindruckendes Konzert im Wankdorf gegeben.

Das Konzert eröffnet ein Handörgeler, der mit “Wenn i numä wüsst, wos Vogel-Lisi wär” das gesamte Stadion binnen 30 Sekunden zum mitsingen bringt. “Jo s’Ooooberland, jo s’Ooooooberland…”

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Bruce Springsteen im Stade de Suisse, Bern

Und dann voll straight mit der Gitarre reinfräsen. Der Boss ist eben Profi. Die über halbstündige Verspätung ist sofort vergessen und verziehen. Ein brillanter Schachzug.

Bruce Springsteen lässt dem Publikum kaum Pause. Auch bei tosendem Applaus geht es “One, two, three” gradlinig weiter mit perfekter Bühnenpräsenz. Es ist noch immer so. Er spielt besser Gitarre als er singt und wirbelt beim Solo wie ein Derwisch über die Bühne und sammelt Sympathiepunkte. Er lässt einen kleinen Jungen am Bühnenrand (in Begleitung des Vaters) ausgiebig singen, nimmt Plakate des Publikums mit auf die Bühne und zeigt sie in die Kamera.

Er geht auf Tuchfühlung mit der Band, küsst Mitmusiker, lässt sich vom Publikum betatschen und rockt gleichmässig weiter.

Auch wenn Bruce Springsteen nicht zu meinen persönlichen Favoriten gehört, hat er ein beeindruckendes, solides Rockkonzert gegeben, das die Menge begeistert hat.

Logistisch positiv ist, dass die SBB die Teilnehmer nach Konzertende binnen weniger als einer halben Stunde mit den Extrazügen auf den Heimweg bugsiert hat. Weniger positiv ist für Exil-St.Galler, dass diese mit gesottenen Brat- und YB-Würsten nicht viel anzufangen wissen und die schlecht gebratene Kalbsbratwurst mit Senf und Semmeli statt ohne Senf und Handbürli serviert werden.

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Bratwurst: Alles falsch – Semmeli, Senf und nicht schwarz

Ich überlege mir, entweder einen Artikel drüben bei www.nutzlos.ch oder als Fremdesser bei La table d’hôte zu schreiben oder eine iphone-Applikation für Bratwurst-Benchmark zu programmieren.

Aber das ist ein #Bratwurst-Blogger Thema, das mein Konzerterlebnis nicht schmälert. ROCK’N’ROLL-THUNDER einer Legende.

 

PS:
Die Qualität eines Konzertes misst sich in der Anzahl Tweets pro Twitterer. Es wurde kaum getweetet. Das Konzert muss brillant gewesen sein.

3 Kommentare

  1. War der Handörgeler nicht Bruce’s Gitarrist Nils Lofgren? Den habe ich doch schon in anderen Videos Harmonika spielen sehen…

    Wenn es schon einem wie Dir gefallen hat, der Bruce nicht als seinen Favoriten bezeichnet, kannst Du Dir vorstellen, wie ich als langjähriger treuer Fan begeistert war. Ich war mit einem meiner besten Freunde da, den ich etwa schon genau so lange kenne, wie ich die Musik vom Boss höre – das war wirklich etwas ganz ganz Besonderes.

    Was die Bratwurst anbelangt, bin ich der Meinung, dass wir der gnadenlosen Verhunzung durch die ignoranten Berner nicht noch Ehre antun sollten, indem wir weiter darüber sprechen. Nur soviel: Meine Bratwurst war auf einer Seite schwarz, auf der anderen noch gefroren. Und trotzdem wurde sie nur mit einem grimmigen Blick ausgetauscht.

  2. Daniel Michel sagt

    Ach lasst doch die Würste Würste sein, wenn das Konzert doch der absolute Hammer war, und er wahr machte, was er sagte: “ We will buld a house of love, a house of peace, a house of musik, a house of power, a house of freedom…!“ Das ist doch tonnenweise wichtiger als Würstediskussion :-) Mein Sohn, 19 jährig, kannte ihn mit Nichten und Neffen, und fand es toll!

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