Blogger Portraits

Blogger Portraits – Judith und Sam Steiner, “Steinis”

Namen: Judith und Sam Steiner, “Steinis”
Nicknames: Jeduta/Yeduta und Magganpice
Blogs: steinis.ch, orientimpress.net
Location: Rapperswil-Jona / SG

Das Video thematisiert unser Reiseblog Orientimpress, das Ende September (2009) losgehen sollte. Es bot gerade auch eine gute Gelegenheit, das Material zu testen, das mit auf die Reise kommt. Man merkt hoffentlich, dass wir dabei Spass hatten :-) gewisse Parts haben wir unzählige Male aufgenommen.

Als Eheteam bloggen wir zusammen seit 2006 auf Steinis.ch.

Worum geht’s in eurem Blog?

Über Themen, die einen Bezug zu unserem Gedanken und Alltag haben. Wir versuchen, möglichst keine Geek-News zu kopieren, wenn es uns nicht betrifft. Unser Blog soll möglichst persönlich gefärbt sein – manchmal gelingt uns das. Ein paar alphabetisch sortierte Tags zu uns, und somit unseren Themen:

Amnesty International, Android, Bass, Contrarian, Ex-Christ, Gadgetpaar, Geocaching, Gesang, Jesus Subkultur (Church 2.0), Kenia, Kunstförderung, Club-Konzerte, Poker, Social Median, Software Developer, Spreadshirter, Tauchen, TV-Redaktorin

Hightech und Gadgets?

Sam: 1000 Gadgets mit dabei haben – ein Graus! Ich will ein hosentaschenkleines Gerät, das alles abdeckt. Von diesem Gesichtspunkt aus gesehen, sind mir folgende Funktionen “wichtig”:

  • Stimmgerät (für den Notfall)
  • Schnappschuss-Kamera (leider taugen Smartphones nicht)
  • Metronom (zum Üben)
  • GPS/Kompass (für Geocaching, Navigation)
  • Musikplayer (obwohl ich selten unterwegs Musik höre)

bloggerportrait-judith-gadgets

Judith: das Smartphone – nach diversen Palms und dem HTC Diamond nun ein iPhone 3GS – nutze ich intensiv für die Organisation von Todos und Terminen. Da merke ich, dass meine Lieblingsapp dafür (Pocket Informant) auf dem HTC Diamond mehr konnte als die iPhone-Version. Das iPhone ist da mehr Spielzeug – aber ein cooles! Unterwegs habe ich oft mein Asus Netbook dabei, manchmal mein MacBook Pro.

Ihr und das BlogCampSwitzerland?

Losgehetzt nach einer Bandprobe an unser erstes BlogCamp (4) reichte es uns knapp auf die letzte Session. Danach konnten wir aber mit Einigen erstmals offline sprechen, Spaghetti und interessante Gespräche geniessen.

Dein erster Computer?

ctos

Sam: Das war nicht wirklich “meins”. Eine CTOS-Maschine mit Grünschwarz-Monitor. Darauf hatte ich kleine Jump’n’Run-Games programmiert, in denen die kompletter Grafik aus Schriftzeichen bestand. Ich musste also zuerst entsprechende Schriftarten bauen mit den richtigen Grafikelementen fürs Spiel.

Steinis und Twitter?

Judith: als Sam anfing zu Twittern, sah ich diese Sache als eher schräg und zeitraubend an. Mittlerweile twittere ich auch ab und zu und bin begeistert davon. Warum? Darüber schrieb ich: Ode an Twitter.

Sam: als Social Median testet man neue Plattformen. Kennt man die Menschen hinter den Avatar-Bildern, kommt Leben rein. Beruflich bin ich intensiv mit Twitter unterwegs. Twitter wird für Firmen wichtiger werden – ist aber kein Ersatz für Diskussionen, die es vor Twitter oft in Blogs gab. Vermisst ihr die manchmal auch?

Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Ich (Sam) hatte ein rudimentäres Blogsystem bei Bassic eingebaut und 2004 dort angefangen zu bloggen. An einer Konferenz zu “Church 2.0” war ich dann in einem Blog-Workshop von TallSkinnyKiwi – ein digitaler Nomade im nomadischten Sinn des Wortes. Kurz darauf, im Mai 2006, starteten wir unser Blog.

Judith: Ich hatte lange keine grosse Ahnung von Blogs, als mir Sam davon erzählte, fand ich das total spannend und ich fragte ihn, ob ich auch so ein “Ding” haben könnte. Mich faszinierte vor allem die Idee, einen Ort zu haben, wo ich meine Meinungen frisch von der Leber schreiben konnte und diese vielleicht auch noch jemand lesen würde.

Habt ihr weitere Web-Projekte am laufen?

bloggerportrait-judith-tschalp-projekt

Judith’s Filmprojekt (Diplomarbeit MAZ): tschalp.ch. Sam hat dutzende Websites, meist kleine (Bsp: CreateGUID). Die Wichtigste ist die Bass-Community Bassic. Zudem Shirt-Shops in Europa&USA, allen voran: Bass Shirts.

Schreibst du regelmässig Gastbeiträge auf anderen Blogs?

Sam schreibt freitags einen Artikel im Website-Marketing-Blog. Da geht’s um die aktuellen Veränderungen der Online-Welt und die Konsequenzen und Möglichkeiten daraus für Firmen in der Schweiz.

Welche 3 Tipps gibst du einem Blogger-Neuling?

Bevor du anfängst, installiere dein Blog auf einer eigenen Domain (nicht xy.blogspot.com) und entscheide dich für eine leserliche Permalink-Struktur (nicht: ?p=123).

  1. Finde heraus, wo man sich zu deinem Thema online trifft. Begebe dich dort in die Community.
  2. Produziere erstmal 20 Artikel, bevor du dich um Besucher kümmerst. Verlinke dabei oft gezielt auf passende Artikel in anderen Blogs zum Thema.
  3. Triff Fachleute zu deinem Thema offline.
  4. Bonus-Tipp: blogge nicht (nur) für die Blogosphäre!

Hast du ein Lieblings-T-Shirt?

Ich habe heute wegen der bevorstehenden Wohnungsauflösung einen Textilsammel-Sack mit all den überschüssigen Shirts aus meinem eigenen Shirt-Shop gefüllt. Die gehen mir auf den Keks. Gute Erinnerungen habe ich an ein nicht mehr tragbares “Learn Swahili” Shirt, das ich 2001 in unseren Flitterwochen auf der Gewürzinsel Sanzibar unter speziellen Bedingungen gekauft hatte. Es sah damals schon alt aus.

Einiges gelernt über Twitter habe ich dank der Idee des TweetShirts. Ein wiederbeschreibbares “Tweet des Tages” Shirt, von dem bisher ca 3 Stück existieren. Es kommt mit Whiteboard-Marker geliefert.

bloggerportrait-sam-shirts

Welche Blogs liest du regelmässig?

Sam: Twitter hat meine RSS-Lese-Disziplin stark untergraben. Zeitenweise hatte ich sehr viele Feeds in Google Reader – dank Kategorisierung, Priorisierung und den Tastenkürzeln ging das – vor Twitter. Ich reduzierte drastisch und bin jetzt bei 176 Feeds – viele davon sind “tieffrequentig” oder schlafend und dienen dem Monitoring von tieffrequentigen Themen (Bass). Ich abonniere probemässig die Feeds der meisten Blogger, die ich offline treffe.

Judith: Ich lese gerne Blogs von Leuten, die ich ein wenig kenne, und die über ähnliche Themen nachdenken wie ich. Oft fehlt mir aber schlicht die Zeit all die Beiträge in meinem Feedreader zu lesen (wobei es gar nicht so viele wären). Einer meiner Favoriten ist der Blog von André Marty.

St. Galler Bratwurst?

Sam: Dieses Jahr bitte nicht mehr. Hatte durch den Sommer meist sonntagabends eine nach der Kirche und montagmittags wieder eine (Restenverwertung).

Euer spezielles ÖV-Erlebnis?

Lustig war unser Matatu-Projekt in Ukunda, Kenia. Mit zwei Einheimischen zogen wir 2006 los mit dem Ziel, mindestens 50 dieser kleinen, bunt bemalten Minivans zu fotographieren (Resultat).

Was wünscht ihr der Bloggerszene in der Schweiz?

Ich (Sam) hoffe, Twitter ersetzt den Multilog nicht mit Monolog und kurzen Dialogen. Wie wäre es, wenn mehr Blogger merken würden, dass die Blogosphäre etwas ausrichten könnte? Wenn man sich als Team sehen würde und nicht für Blogger plaudert, sondern sich gemeinsam an ein grösseres Publikum richtet? Einige Ansätze dazu gingen in die Hose – ich war ja auch gegen SwissBlogPress. Aber spannend sind collaborative Projekte, sie machen (so stell ich mir das vor) auch mehr Spass. Ralph, wie siehst du das?

Was könnte für Journalisten beim Bloggen spannend sein?

Judith: Wenn man nicht gerade Kolumnen schreibt, ist es eher verpönt seine eigene Meinung einzubringen. Der/die JournalistIn soll Pro und Contra abbilden, seine eigenen Gedanken dabei aber in den Hintergrund stellen. In unserem Blog kann ich eigene Gedankengänge niederschreiben und die Beiträge ganz klar mit meiner Meinung einfärben.

Wie wichtig sind für euch Offline-Treffen?

Judith: Wie oben bereits erwähnt, lese ich gerne Blogs von Leuten, denen ich schon mal begegnet bin. Deshalb finde ich ab und zu ein Offline-Treffen ganz spannend. Ich lerne so oft neue Blog kennen. Blogger sind meistens gut informiert über diverse Themen und diskutieren gerne auf dieser Ebene. Das gefällt mir. Und last but not least, an Offline-Treffen kann ich mein Netzwerk stärken und ausbauen.

Sam: TweetUps und Bloggertreffen sind fein und gut – unbedingt! – spannend fand ich es aber jeweils, wenn man nach einem solchen Anlass von einer Idee oder Kreation lesen konnte, die dabei entstand. Wenn Blogger wirklich in den Groove kommen, dass Kreativität (in welcher Weise auch immer) das ist, was wirklich interessiert, dann würden solche Treffen viel mehr zu inspirierenden, kreativ sprudelnden, lustigen Meetups.

Positive Beispiele dafür: simples Tattoo-Ratespiel nach dem Bloggy-Fondue, Sofa vom Leu am BlogCamp (hab ich verpasst), Pokenplättung (meins hab ich noch), die Organisatoren von Tweetups und Bloggertreffen, etc. Aber bisher war das alles eher für intern, für die Blogosphäre selbst.

(Der Pianist spielt jetzt einige Takte ruhige, emotionsgeladene Musik. Frage dich während dieser Zeit: hat deine Kreativität die Luft, die es braucht? Vielleicht eine reservierte Zeit pro Woche? Wird es erstickt durch Information Overload? Ich schliesse mit einem Gebet.)

Kreator von Kreativität. Inspiriere uns, damit wir andere inspirieren können. Schenke den nötigen Pioniermut und einen Partizipationsdrive. Befreie uns vor Harmlosigkeit. Zeige neue Wege und Perspektiven auf, damit wir über bisherige Schranken hinausblicken können und uns nicht weiter um uns selbst kreisen müssen. Amen.

Das letzte Wort hat Pixelfreund – Steinis und ich.

Sam habe ich wie sonst als über Philipp Sauber kennen gelernt. Am Twitterbier oder bei der Vorbereitung eines HWZ Referats zum Thema Blog (was sonst). Vorhin habe ich ihn hauptsächlich als Blogger auf dem www.website-marketing.ch Blog wahrgenommen, da er thematisch sehr nahe an meinen Interessengebieten schreibt. Erst später habe ich das “Urblog” der Steinis entdeckt. Jeduta habe ich am letzten Tweetup bei Maiakinfo kennen gelernt. Sie ist schuld daran, dass jetzt öfters Videooutput von Pixelfreund kommt. Aber davon ein andermal.

Im ersten Moment hatte es mich ehrlich gesagt etwas befremdet, dass ein Ehepaar gemeinsam bloggt. Nach wie vor ist das eine absolute Rarität. Aber zwischenzeitlich bin auch ich überzeugt. Das “Ehepaar Bloggen” funktioniert tadellos. Im Gegenteil. Ich finde es sogar etwas beneidenswert, wenn zwei Menschen das Interesse an Internet, Multimedia und Onlinekultur so teilen und leben können.

Ich freue mich schon auf die Berichterstattung ihrer anstehenden Reise auf http://www.orientimpress.net/. Noch mehr bin ich gespannt, wie sie mit dem Thema “Social Media” bzw. elektronischen Gadgets überhaupt auf der Reise umgehen. Alles abstellen und geniessen? Alles einstellen und voll draufhalten und möglichst viel Output in das Blog, Twitter und die sozialen Netzwerke “blasen”?

Ich bin sicher, sie finden einen guten Mix. Gute Reise ihr beiden!

In der Serie “Blogger Portraits” stelle ich wöchentlich einen Blogger vor oder besser, lasse ihn sich selber vorstellen. Im Unterschied zu Bloggingtom’s Blogtipps stehen hier nicht die Inhalte der Blogs im Zentrum, sondern persönliche Facetten und kleine Einblicke in das Leben meiner Lieblingsblogger.

16 Kommentare

  1. uh, sanzibar. da habe ich auch ein paar schöne erinnerungen…
    tolles portrait von tollen bloggern.

  2. Oh! Du warst auch in Sanzibar? War der Traum: wenig Tourismus (im Juli), 26°C Wasser, Korallenriffs – wir hatten damals (Flitterwochen, 2001) mit dem Tauchen angefangen…

  3. ja, ist schon ein paar jahre her. eine wunderbar schöne insel und ganz nette leute, diesbezüglich ein gewaltiger unterschied zu kenya, finde ich.
    damals fasste ich den entschluss, die leute direkt vor ort zu unterstützen. jahre später entstand daraus mein engagement bei kiva.org

    hach, das schwimmen mit den delfinen im offenen meer werde ich wohl nie vergessen.

  4. Hoppla, ihr habt da ja schon einige „Geheimprojekte“ hinter euch. Und jetzt diese grosse Reise. Klingt im Video so, als würdet ihr die Reise ziemlich krass dokumentieren. Mir wär’s das nicht wert, ich würde die Reise wahrscheinlich mit einem Stapel Moleskine ausgerüstet angehen. Und vielleicht ner kleinen Flipcam… Und dem iPhone… Vielleicht als Backupmöglichkeit das MacBook… Ok, ich seh schon, ich würds ähnlich machen. ;-) Vergesst aber vor lauter bloggen, filmen und fotografieren die Reise selbst nicht.

  5. Das finde ich schon eine Herausfoerderung, die Reise zu geniessen und völlig in die fremden Kulturen einzutauchen und dabei doch „online“ zu bleiben. Ich möchte nicht im Backpackers sitzen und nur für meine Freunde im Skype verfügbar sein – schrecklich. Aber es ist auch eine Chance die Zeit für Kreativität zu nutzen. Sonst hätte ich nie die Zeit zu filmen, schneiden, Beiträge machen… also im privaten Rahmen. Und das finde ich auch eine gute Chance. Also ihr werdet auf Orientimpress ein Stück davon sehen, wie wir uns organisieren.

  6. Hach, die Steinis :-) Ich habe Judith und Sam am ersten Bloggertreffen in Zürich kennen gelernt. Und verfolge sie seit da mit einer Mischung aus Bewunderung („Wie das machen – da hätte ich den Mut nie“) und Faszination (weil sie mich immer wieder dazu bringen, Clichées zu hinterfragen und über Bord zu werfen).
    @Judith und Sam: Euch wünsche ich eine tolle Reise. Kommt gut und xund wieder zurück, damit Ihr der Schweizer Bloggerszene weitere Denkanstösse geben könne.

  7. @dworni – spätestens dann, wenn unsere Gadgets geklaut werden, können wir anfangen, die Reise zu geniessen :-) [ob ich in dem Moment noch so reden werde?]

    @Marcel – I feel flattered! – schön, wenn unsere Beiträge als Inspiration aufgenommen werden! Danke für die Wünsche. (aber an dem verlinkten Treffen waren wir nicht! :-))

  8. @Sam: Bist Du sicher, dass Ihr nicht dabei wart? War’s erst am zweiten im 2007? Hmmm … werde ich alt?

  9. Wir wären dann wohl in dem Beitrag verlinkt gewesen – und den Paddy hab ich (im Gegensatz zu Judith) noch nie gesehen – bezweifle längst, dass es ihn gibt! :-)

  10. Pingback: Blogger Portrait about us « Sam Steiner

  11. Pingback: Bloggerportrait bei Pixelfreund | Orient Impress

  12. Nicht schlecht, Herr Specht. Allein die Mike-Sammlung lässt mich vor Neid erblassen. Wobei Neid das falsche Wort für etwas ist, dessen richtiges Wort mir nicht einfällt. Vielleicht gibt es das auch nicht. Eigentlich meinte ich Neid ohne den Negativ-Touch. :-)

    Apropos verlinktes Bloggertreff: Ich hab‘ mir sagen lassen, dass die Steinis da wirklich nicht waren. Der Sam hat also recht, in vielerlei Hinsicht. Aber nicht in jeder. Judith meint nur, sie hätte mich schon gesehen. ;-) Und den Flach-TV kannst du in Peking abholen. Hauptbahnhof, Perron 7. Codewort: „Faked Contest“.

    Jemand, der sich Paddy zu nennen pflegt, ist gespannt auf die Impressionen vom Orient.

    PS: Tolles Portrait. Selten genug findet man so gute Tonquali bei Amateur-Videos. Oder ist das jetzt schon nicht mehr Amateur?

  13. Ich finde ja By Denni’s schon einen Knipps wert. Deutsches Sprach schweres Sprach – Ich bin leider auch nicht vor Fehlern gefeit, aber eine Imbisskette?

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