Blogger Portraits

Blogger Portraits – Andreas von Gunten

Profil

Name / -Nickname Andreas Von Gunten / avonguten
Blog www.ondemandnotes.com
www.ueberforce.com
www.andreasvongunten.com.
Twitter @avongunten

 
andreas.von.gunten

Welches war Dein erster Computer?

Mein erster Computer den ich in Händen hatte, war ein Sharp PC1500 Taschencomputer,den ich während eines Spitalaufenthaltes ausgeliehen bekommen hatte. Wir schreiben das Jahr 1982 und ich bin 14 Jahre alt. Ich war so begeistert von diesem Teil, dass ich sofort mein Ersparnisse einsetzen wollte, um mir einen eigenen Computer zu kaufen.

Meine Mutter hat es mir zwar verboten: "So was kommt mir nicht ins Haus"; aber wer hört schon als 14-Jähriger auf seine Mutter? Also besorgte ich mir einen Sinclair ZX-81 Bausatz aus England (Wikipedia Link). Das Ding verfügte über 1 Kbyte Ram, und konnte so tolle Dinge wie bis zu 26 For/Next Schleifen ausführen (Hier gibt es eines der damaligen Inserate).

Ich bin auf dem Lande aufgewachsen, im schönen Oberfreiamt, um genau zu sein. In solchen Gegenden haben Teenager Jungs in den frühen 80er Jahren vor allem Mofas frisiert und sind Moto-Cross gefahren. Mich hat das Motorenzeugs nie interessiert und war froh mit meinem neuen Compi etwas spannendes gefunden zu haben. Am ersten Mittwoch Nachmittag, nachdem das Ding funktionierte, sind dann alle meine Freunde mit Ihren Puchs und Ciaos zu mir nach Merenschwand gekommen um dieses komische Teil zu bestaunen. Einer Fragte mich sofort: "Und? Was kannst Du denn jetzt damit machen?", worauf ich erwiederte: "Ich weiss auch nicht, es ist einfach geil!". Ähnlich ging es mir, emotional gesehen, als ich mich dann etwa 12 Jahre später, das erste mal ins Internet einwählte.

Worum geht es in Deinen Blogs?

Derzeit blogge ich zum Thema Cloud Computing & Software as a Service auf ondemandnotes.com zum Thema salesforce.com auf ueberforce.com und zu allem anderen auf andreasvongunten.com. Dieses alles andere ist ein bisschen Politik, ein bisschen Technik & Web 2.0, ein bisschen Kultur, ein bisschen Egophilie. Zusätzlich nutze ich einen Posterousblog um die Web Fundstücke, die mir Begegnen, zu sammeln und Twittere manchmal oft, manchmal weniger. Wenn ich an Konzerte gehe, nehme ich in der Regel eine Videocam mit (Sony HDR-TG1), und wenn ich Zeit finde, schiebe ich die aufgezeichneten Songs nach Youtube ins shfan42 Konto. Es sind einige schöne Konzertaufnahmen zum Beispiel von Sophie Hunger oder Camille dabei. Weitere dieser Aufnahmen sind auch unter dem Account shfan67 zu finden, in welches ein Freund von mir unsere Konzertfilmchen hochlädt. Was ich allerdings bislang immer noch nicht geschafft habe, ist irgendeine Regelmässigkeit hinzukriegen. Wie machst Du das bloss?

Welcher Bloggertyp bist Du?

Ich habe die Veranlagung zum digitalen Messie; leidenschaftlich verzettelt, dauernd am Memsaugen, springe ich von einem Thema zum nächsten, beginne so manches und führe vieles nicht zu Ende. So liegen bereits einige Contentleichen von mir im Web herum. Trotzdem schreibe ich weiter; dauernd irgendwo irgendwas, und sammle, sammle alles Menschenzeugs was mir unter den Mauszeiger kommt. Ich würde mich daher als Messieblogger bezeichnen und bitte um Button :-).

button.messieblogger

Wie bist Du zum Bloggen gekommen?

Nun, ich gehöre zur Gattung der eher Extrovertierten. Im kalten vor-online Zeitalter hat sich das, in Kombination mit noch nicht entwickelter Altersmilde, vornehmlich durch dominierendes Gesprächsverhalten in Diskussionen im Kollegenkreis bemerkbar gemacht. Hin- und wieder, eher selten, habe ich auch mal was für eine Lokalzeitung geschrieben. Gerade kürzlich habe ich dieses Beispiel hier in meinem Archiv gefunden: Ein Artikel aus dem Jahre 1995 als es noch EDV gab und die "Neuen Medien" neu waren :-). Dazu passend ein kleiner Exkurs: Die Eurocats mit Surfen-Multimedia auf Youtube (via @madial wenn es mir recht ist).

Als ca. 20 Jähriger wollte ich, beflügelt von den Möglichkeiten des Atari 1040ST mit Laserdrucker und dem DTP Programm Calamus, sogar eine lokale Zeitschrift für das Freiamt machen. "Der Aufzeiger" hätte das Blättchen heissen sollen. Ein Inserat hatte ich auch schon akquiriert, aber wie so oft, blieb es bei den ersten Projektskizzen.
Auf jeden Fall hat mich die Möglichkeit, ohne Gatekeeper publizieren zu können immer fasziniert. Im Jahre 2000 habe ich mit meiner Lebenspartnerin ein paar Wochen Ferien in den USA verbracht und von dort auf Basis eines Lotus Quickplace Servers täglich kurz Bericht erstattet und Fotos hochgeladen. Das Ding ist leider nicht mehr online. Die Quickplace Installation war eben noch nicht in der Cloud, sondern auf einem eigenen Server, der irgenwann mal den Geist aufgab und jetzt bei mir im Archiv darauf wartet, dass ich mal die Harddisk ausbaue und versuche die Daten zu retten.

Am 9. April 2002 habe ich auf blogger.com meinen ersten Testeintrag gepostet, dabei ist es dann auch geblieben. Erst ab 2004 habe ich auf TypePad begonnen privates Zeugs zu bloggen, und im Sommer 2005 habe ich dann den ersten Squarespace Account eingerichtet. Seither sind Blogs aus meinem Leben nicht mehr weg zu denken, auch wenn ich immer mal wieder längere Pausen einschalte. Nicht weil ich keine Lust hätte zu schreiben, oder mir die Themen ausgingen, meistens hat es einfach nur damit zu tun, dass ich andere Prioritäten setze.

Welches ist Dein liebster eigener Post?

Der Mensch in Gesellschaft, weil hier die Grundlagen meines Menschenbildes kurz und klar zum Ausdruck kommen. Empathiefähigkeit, kritisches Denken und lebenslange persönliche Entwicklung, nennen wir es bürgerliche Bildung, sind Voraussetzung für eine funktionierende Gesellschaft.

Bist Du ein digitaler Nomade und was schleppst Du an Hightech mit Dir herum evt. mit Bild?

Ich bin ein digitaler Nomade, mit meinem GA fahre ich dauernd, auch wenn ich nicht muss, irgendwo durch die Gegend. Was ich an Hightech mit mir herumschleppe ändert oft, da ich neophil bin und immer neues Zeugs ausprobieren muss.

whatisinyourbag

Zurzeit habe ich neben dem iPhone, ein 8" Sony Vaio PZ-11 dabei. Das tolle an diesem Teil ist das Gewicht, die Grösse und der Bildschirm mit einer 1600×768 Auflösung, das besch*** daran ist das Windows Vista Betriebssystem, dass 5 Minuten braucht um aus dem Ruhezustand zu erwachen und jeden Tag updates installieren muss. Ach was gäbe ich dafür auf diesem Gerät ein OS-X zu haben. Aber bald kommt ja hoffentlich das Mac Tablet :-). Ganz neu im Sortiment liegt der Sony PSR-600 eBook Reader. Die ersten Erfahrungen waren, ausser mit der mitgelieferten Software erfreulich, kann aber noch nicht wirklich viel dazu sagen. Wenn ich länger als 2h oder weiter als 30 min weggehe nehme ich mein 15" MacBook Pro mit auf den Weg. Wie schon erwähnt kommt im Ausgang bzw. zu Konzerten noch eine Sony Cam, die HDR-TG1 dazu.

Du und das BlogCampSwitzerland (Hast Du gar auf dem Leu seinem Sofa gesessen)?

Ich habe dieses ominöse Sofa irgendwie verpasst vielleicht weil ich es, wenn es mir recht ist, bislang nur an das erste BlogCampSwitzerland geschafft. Aber ich war vorher am 28. Oktober 2006, also vor fast drei Jahren am BarCampZurich, habe dort zu Software as a Service gesprochen und die Präsi bereits damals zu Slideshare in die Cloud geladen. Darum sind sie auch noch da: http://www.slideshare.net/avg/barcamp-zurich-software-as-a-service-28102006.

Ich gebe ja zu, schön ist anders, aber es hat alles noch immer seine Gültigkeit. Nicht nur für Software as a Service, sondern für Cloud Computing generell.

Du und Twitter?

I just love Twitter and tweetupCHs. Follow me! I’ll favorite your Tweets ;-)

Hast Du neben Deinem Blog weitere Web Projekte zu laufen?

Ich möchte seit längerem endlich mal eine Website für die Familie Trüeb machen. Auch, damit für diesen Eintrag hier endlich eine relevante Quelle erscheint und ein paar Dinge ergänzt und korrigiert werden können. So haben wir ausgesehen damals, und so haben wir gesungen (passend zur kommenden Jahreszeit) und gespielt (passend zum Twitterbier Zürisee).

St. Galler Bratwurst:


[ ] mit Senf
[ ] ohne Senf
[ ] aber nur OLMA Bratwurst
[ ] lieber St. Galler Schüblig
[ ] ist mir Wurscht
[x] ich mag lieber Krakauer

 

Das letzte Wort hat der Pixelfreund – Andreas und ich

Andreas ist auch einer der Twitter-Dinner Pioniere. Und seither sehen wir uns unregelmässig meist zu spontanten Tweetups. Wie z.B. am Chris Cornell Konzert, bei Blogging Tom’s Telefonzellen Aktion. Neuerdings sind wir auch gemeinsam an der Netzzunft, bei der Andreas ein fulminantes und wortgewaltiges Debut gegeben hat.

Er ist ein äusserst intellektueller Gesprächspartner. Auch oder vor allem abseits des “Gadgetismus”. Mit ihm teile ich die Liebe zu Prince, Twitter den neophilen Geist und die uneingeschränkte und anhaltende Begeisterungsfähigkeit für ein bestimmtes Thema. Gerüchte besagen, Andreas lebe schon in der Cloud…

 

In der Serie “Blogger Portraits” werde ich wöchentlich einen Blogger vorstellen oder besser, sich selber vorstellen lassen. Im Unterschied zu Bloggingtom’s Blogtipps stehen hier nicht die Inhalte der Blogs im Zentrum, sondern persönliche Facetten und kleine Einblicke in das Leben meiner Lieblingsblogger.

4 Kommentare

  1. @Andreas: Danke für den tieferen Einblick. Trägst Du tatsächlich kein einziges analoges Ding (wie Papier, Kuli) mit Dir rum? Ein besonderer Dank für „neophil“ – ich liebe Neues über alles und jetzt weiss ich endlich, wie ich das nennen kann, um es höchst interessant klingen zu lassen ;-)

  2. Danke für den neophilen Steckbrief. Der Andreas wird wohl eines Tages bei uns im Atelier vorbeirauschen und unsere Bude auch in die Wolken setzen. Ich habe ihn an einem Tweetup in Zürich kennengelernt, seine Passion für Salesforce ist schon fast eine Religion. Freue mich mal mit Ihm etwas länger zu plaudern!

    (Note: würde bei den Portraits gerne jeweils auch mehr über die Berufe/Firmen der Blogger erfahren. Oder ist das absichtlich ein Tabu?)

  3. @marcel, ja kein analoges Schreibzeugs, in der Tat, ist dann jeweils peinlich, wenn ich einen Notartermin habe, oder wie gestern bei der Gründung von Cloud Suisse, und den Kugelschreiber zum Unterschreiben ausleihen muss.

    @dworni, ich freue mich auf meine Besuch bei Euch und vielleicht sehen wir uns ja in Domodossola :-)

  4. sehr nett, hier lern ich die Leute oft erstmals kennen, deren Tweets oder Blogs ich schon lese. Andreas ist wieder so ein Exemplar. Danke Pixelfreund für die immer wieder aussergewöhnlichen Blogger (Portraits) I like

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