Musik

CD Kritik und Review – Gorillaz – Plastic Beach

Das neue Album von den Gorillaz ist da. Ein wunderbares Werk, eine Hommage an das Electronica Genre mit einem eindrücklichen Line-up an Gastmusikern. Ein geniales Werk, das die Geister scheidet. Meine CD Kritik:

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Tagi und Spiegel Online sind voll des Lobes für die neue Scheibe. Aber nicht alle eingefleischten Gorillaz Fans haben die Absenz von gewohnten Rock Einflüssen ganz verkraftet. Ebenso haben auch nicht alle Plattenkritiker diese Album verstanden. Nur weil Snoop Dog, Mos Def und De La Soul einen Gastauftritt haben, ist die Scheibe noch lange kein Hip-Hop Album.

Ein Auszug der Gastmusiker lässt die Vielfalt auf dem Album erahnen:

Snoop Dogg, Hypnotic Brass Ensemble, Kano, Bashy, Bobby Womack, Mos Def, Gruff Rhys, De La Soul, Little Dragon, Mark E. Smith, Lou Reed, Mick Jones,

Rap, Hip-Hop, Soul vereint mit Trip-Hop und auch klassischen Elementen schaffen ein brilliantes Gesamtwerk. Melodiös, extrem laid-back, wundervoll elektronisch.

Diese EP reiht sich in meiner Sammlung irgendwie nahtlos an die neue Scheibe Heligoland von Massive Attack und die Moby Sammlung. Ob es daran liegt, dass auf Heligoland der Track von Damon Albarn mein liebster Track ist?

Rhinestone Eyes, Melancholy Hill, Broken, Plastic Beach, To Binge – könnten von Moby sein. Aber spätestens mit „Broken“ liefert Damon Albarn ein Meisterstück und steigt für mich in die David Bowie Liga auf. HA!!! Und damit nicht genug. Die Mischung mit den klassischen Orchesterelementen macht es für mich sogar zum valablen Kandidaten des nächsten James Bond Soundtrack.

Ich habe fast den Eindruck, er habe sich bei der Arbeit für Massive Attack (und vorallem mit dem Song „Saturday come slow„) mit dem Virus dieses Musik Genres angesteckt.

Was viele Musikkritiker in der Gesamtschau ausser Acht lassen ist die gesamte Inszenierung, die bei einer „virtuellen Band“ (die die Gorillaz genau genommen gar nicht mehr sind) nicht unbeachtlich sind. Der ganze Gingernillis auf der Plastic Beach Website. Die Tilt-Shift-mässige Website mit Adventure Game Elementen mit deppertem Pelikan und Micky Mouse Telefon auf dem Nachttisch. Viel Liebe zum Detail in einer genial inszenierten Geschichte:

„Die Stimme erreicht uns vom traurigsten Ort der Erde. Der Plastic Beach liegt an jenem Punkt im Meer, der von jeglicher Landmasse am weitesten entfernt ist, und wurde aus Abfall aufgeschüttet“ liest der Tagi vom Promozettel und archiviert diesen lesenswerten Artikel unter Pop und Jazz.

Wer Massive Attack, Moby, David Bowie, Bobby Womack und Massive Attack mag, der mag das Album „Plastic Beach“ mit Sicherheit. In meiner aktuellen Playlist hat das Album (temporär) gar Heligoland und The E.N.D von The Black Eyed Peas und Scratch my Back von Peter Gabriel verdrängt. Und das will was heissen. Kaufbefehl!

5 Kommentare

  1. Ralph sagt

    @Mmmatze Manchmal muss man Grösse zeigen. Die neue Scheibe von The Black Eyed Peas ist (ok – nur zu Teilen) ein grossartig arrangiertes Album. Und echt tanzbar. Nicht wie die Presse vom Gorillaz Album behauptet.

  2. Habe mir das Album gestern auch gekauft. Bis auf die ersten paar Songs, welche mich auf Dauer nerven („Welcome to the World…“ mit Snoop Dogg, „White Flag“, „Rhinestone Eyes“) gefällt mir das superkreative und vielseitige Werk sehr. Ich vergebe 8 von 10 Gorillapfoten.

  3. Hm. No disrespect und jeder soll ja hören, was wer will, aber für mich haben die Black Eyed Peas nach dem „Bridging The Gap“-Album, auf dem sie noch relativ anspruchsvollen Consciousness-Rap gemacht haben, den Pfad des Musikmachens verlassen. Mit der Hinzunahme der unsäglichen Nichtmusikerin Fergie haben sie aufgehört, eine Band zu sein und waren nur noch ein Produkt der Musikindustrie, die audiblen Müll produziert, der sich der Maxime der grösstmöglichen kapitalistischen Verwertbarkeit unterwirft. – Aber eigentlich soll es hier ja um die Gorillaz gehen. DIe Platte ist für mich bislang (nach zweimaligem Hören) so lala. Für mich sind die Gorillaz eher eine Singles-Band. „Heligoland“ von Massive Attack ist für mich bislang das deutlich bessere Album, im Vergleich.

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