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Netzzunft mit Abt Martin – Glaube 2.0 Copy_Paste_Believe

von Ralph am 25. Mai 2010

Letzte Woche haben wir mit der Netzzunft Abt Martin vom Kloster Einsiedeln zum offenen Dialog begrüssen dürfen. Das Thema war “Glaube 2.0 – Copy_Paste_Believe”.

Ich habe Abt Martin erstmals im Umfeld des 10 vor 10 Beitrags mit @bloggingtom auf den Twitter Radar gekriegt. Ein twitternder Abt? War mir ziemlich suspekt. Ziemlich schnell hat sich herausgestellt, das @abtmartin wortwörtlich ein Twitterer mit Geist ist. Und mit brilliantem Humor darüber hinaus. Mittlerweile führt er meine Rangliste der gebookmarkten Tweets an gleich nach @phogenkamp.

Im Gespräch mit Abt Marting - Netzzunft bei Namics

Abt Martin schildert seinen Alltag zwischen traditionellem Klosterleben und Medienpräsenz, sein Verhältnis zum Papst und seine Verantwortung als “Entrepreneur” mit über 200 Angestellten, der Verpflichtung gegenüber der Denkmalpflege und schürt Begeisterung für die den Hl. Benedikt und die zeitgemässe Interpretation seiner Schrift.

Viele Kernaussagen des heiligen Benedikt könnten die Management- und PR-Literatur bereichern oder revolutionieren. Ich habe mir vorgenommen, das Thema mit Abt Martin bei Gelegenheit zu vertiefen und mir das kleine Büchlein anzuschaffen.

Netzzunft bei Namics mit Abt Martin

Zu meinem Erstaunen gestaltet sich  das klösterliche Leben wesentlich moderner, als die Öffentlichkeit glaubt. Email ist das wichtigste Kommunikationsmedium, was allen zur Verfügung steht.  Auch einige Mönche und Schwestern im hohen Alter nutzen Computer und Internet aktiv.

Beeindruckt hat mich die Erkenntnis von Abt Martin: Twitter ist nicht sonderlich virtuell. Es sind ja “nur” Menschen dahinter. Er sieht das Internet nur als zeitgemässe Nachfolge von Papier und meint, die Apostel und die Kirche hätten zu jeder Zeit immer sämtliche aktuellen Hilfsmittel für die Kommunikation benutzt. Trotzdem ist er sich bewusst, dass er auf Twitter derzeit etwas exotisch da steht. Als Innovator.

Netzzunft bei Namics mit Abt Martin

“Höre und Du wirst ankommen”. Das in seinen Ring eingravierte Motto hat viele Teilnehmer beeindruckt. Übersetzt auf Twitter bedeutet dies gleichsam “echte Dialoge” eingehen. Zuerst zuhören und erst dann senden. Wir haben uns tatsächlich fast ausschliesslich über Twitter und moderne Kommunikationsinstrumente unterhalten. Geschlagene zwei Stunden lang.

Herr der Ringe? Höre und Du wirst ankommen

Wir haben einen offenen Abt Martin erlebt. Auf Augenhöhe in direktem Dialog. Und wir haben viel gelacht, Geheimprojekte geschmiedet und Twitter Support im Plenum geleistet. Einen Tweet möchte ich festhalten:

@abtmartin “Brauchen Sie Powerpoint?” beantworte er mit “Nein ich habe etwas zu erzählen” #Netzzunft

Abschliessend hat Abt Martin gemeint, der Abend habe ihn sehr inspiriert und er werde seine Pfingstpredigt dem Thema Twitter widmen, was wir alle mit etwas ungläubigen Blicken quittiert haben. Doch gesagt getan, zwischenzeitlich ist die Predigt im Internet nachzulesen. Zuviel versprochen?

Danke an Abt Martin! Du hast uns verblüfft mit Deiner Offenheit, inspiriert mit dem Hl. Benedikt und das Bild der katholischen Kirche in ein anderes Licht gerückt. Und ebenfalls Danke an Roli für die tollen Fotos (hier gibt es die ganze Bilderserie des Abends) , an Su und Namics für die Gastfreundschaft, und an Leila, die das alles erst möglich gemacht hat.

Weitere Blogbeiträge von Teilnehmern

Weitere Berichte von Teilnehmern gibt es bei Su Franke, Gabriela Seglias und Roli Keusch.

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{ 4 Trackbacks }

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{ 8 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

Gabriela Seglias 25. Mai 2010 um 20:10

Grossartig. Ich finde, Du hast den Abend wirklich auf den Punkt gebracht und umfassend berichtet. Gefällt mir sehr gut, Dein Beitrag!

Sam 26. Mai 2010 um 06:39

Mich hätte nun interessiert, was zum Thema “Glaube 2.0 – Cop_Paste_Believe” besprochen wurde an der Veranstaltung, da Church 2.0 mich schon lange beschäftigt.

Ralph 26. Mai 2010 um 07:03

@Sam Wir wollte eigentlich auch noch das Thema “Patchwork Religion” oder “Religionsersatz durch digitale Medien” oder eben die Vernetzung der Kirche in den neuen Medien ansprechen. Aber vor lauter Twitter Themen hat sich dazu keine Diskussion ergeben. Vielleicht an der Folgeveranstaltung an der Art Basel???

Sam 26. Mai 2010 um 07:08

Spannende Themen, unbedingt nachholen! :-)

initcap 26. Mai 2010 um 12:12

Ein echt gelungener Artikel.
Dass Abt Martin so offen mit den heutigen Technologie umgeht, finde ich vorbildlich. Die eher konservative Kirche könnte von ihm einiges lernen.

Sam 26. Mai 2010 um 13:24

@Ralph – spannande Themen wären das, unbedingt nachholen!

@initcap – mit “konservative Kirche” meinst du wohl die Katholische, oder? Kirche muss ja nicht zwingend diese bedeuten, oder geht es bei dieser Diskussion ausschliesslich um die römisch-katholische Kirche? (ich denke nicht)

initcap 26. Mai 2010 um 19:21

@Sam

Ich weiss natürlich nicht, um welche “Kirche” es genau ging bei dem Gespräch. Aber ich nehme mal an, dass das Kloster Einsiedeln katholisch ist, oder?

Und ja, natürlich habe ich mit meiner Aussage hauptsächlich die katholische Kirche gemeint, denn die scheint ja mit Abstand am konservativsten zu sein.

Peter Hogenkamp 13. August 2010 um 06:02

Mittlerweile führt er meine Rangliste der gebookmarkten Tweets an gleich nach @phogenkamp.

Damn. Was kann ich tun?

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