Lomo LC-A – Ein Zwischenbericht nach 3 Monaten

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Ende Juli hatte ich mir eine Original St. Petersburger Lomo gekauft. Seither experimentiere ich mit unterschiedlichen Filmen, Einstellungen und Labors. Ein Zwischenbericht.

Ich bin ein untypischer Lomograph. Ich schaue durch den Sucher, ich kümmere mich um die wenigen möglichen Einstellungen, ich fixiere die Kameras und ich verwende keinen Farbblitz, der vielen Lomobildern den vermeintlichen “Touch” gibt. Unter diesen Bedingungen, entstehen aber nicht DIE Lomobilder, die man erwarten würde. Dazu würde sich eine Holga besser eignen. Aber zur Holga demnächst mehr.

Die Lomo Regeln waren mir nach einer Woche schon ziemlich klar. Aber trotzdem gute Fotos machen, die einen typischen Lomo Charme aufweisen ist nicht einfach. Warum?

100 ASA – 400 ASA. Warum die Filmenpfindlichkeit wichtig ist.

Die Erfahrungen der letzen 3 Monate lassen mich auf Folgendes schliessen:

  • Sommertage und Bilder mit viel Himmel: 100 ASA. Ansonsten werden diese überbelichtet. Fast ausnahmslos.
  • 200 ASA Filme sind weder Fisch noch Vogel. Sie eignen sich nicht für Sonneneinstrahlung. Nicht einmal um grosse Anteile Himmel aufzunehmen. Im Positiven gesehen; auch Indoor Aufnahmen mit wenig Restlicht gelingen erstaunlich gut. Nicht überaus scharf, aber ansprechend.
  • 400 ASA Filme verwende ich ausschliesslich, wenn ich nachts oder Indoor mit wenig Licht fotografieren muss. Mit entsprechend viel Korn eben. Am Tag Outdoor sind diese schlichtwegs “verboten”.

Distanz beachten. Handwerk ist gefragt.

Die möglichen Einstellungen bezüglich Distanz sind ziemlich pover (0.8m, 1.5m, 3.0m, ∞) und doch essentiel. Gerade im Bereich 1.5 – 3.0m macht es einen deutlichen Unterschied gegenüber der “Unendlich” Einstellung. Also zuerst überlegen, dann abdrücken. Speziell im kurzen Bereich wird jedes Bild zum Experiment oder zum Glücksfall. Sofern es scharf sein soll.

Was ist nun der Lomo Effekt?

Der Lomo Effekt ist eben nicht der Holga Effekt. Klar hat die Kamera dann und wann technische Unschönheiten. Sie transportiert seltenerweise nicht richtig, sie lässt etwas Licht rein – abhängig von der Sonneneinstrahlung – in der Tendenz neigt sie zur Überbelichtung, aber eigentlich war sie ernsthaft als Volkskamera angedacht. Daher der Anspruch, auch ernsthaft damit zu fotografieren.

Eine Konstante ist aber das Minitar 1 32mm f/2.8 Objektiv. Typisch für weitwinklige Objektive verzieht es Linien sehr schnell. Gemeinsam  sind in allen Fotos auch die starke Vignettierung. Über alles gesehen würde ich die Lomo in der Tendenz als Kamera mit starker Vignettierung, grobem Korn, kaum kontrollierbarer Schärfe und starker Gefahr zur Überbelichtung charakterisieren. Aber alle, die Holga Fotos vor Augen haben (neuerdings Hipstamatic oder Instamatic iPhone Apps Style), werden enttäuscht sein. (Es sei denn sie setzen zusätzlich den Colorflash ein).

Fazit

Die Lomo bleibt mein ständiger Begleiter, neben der digitalen Lumix LX-2. Die Unkontrollierbarkeit, die starke Vignettierung, die permanente Unschärfe sowie die Körnigkeit ergeben authentische Bilder, die mit gewissem Aufwand auch in Photoshop nachgebaut werden können. Das Erlebnis allerdings, nur 36 Bilder (ohne Überprüfung im Display zu haben), die Spannung, wenn der Film entwickelt zurück kommt und der Anspruch, diese kleine schwarze Kiste aus St. Petersburg zu begreifen ist Gold wert.

Auch die Entwicklung der Bilder pendelt sich ein. Ich lasse die Filme entwickeln; allerdings ohne Abzüge dafür mit CD-Rom. Bei 5 verschiedenen Labors. Darüber berichte ich demnächst.