Musik

Musiktipp: Richard Davis – Details. „Der lange Schwanz lebt“.

Albumcover - Richard Davis - Details

Das Album „Details“ produziert in 2005, der Künstler mit improvisiertem Facebook Auftritt welcher verlinkt auf ein bescheidenes MySpace Profil, welches vermutlich zur Vermarktung des ersten Albums 2002 erstellt wurde und auf iTunes nicht eineindeutig gelistet – Jetzt beginnt die Geschichte des „Long Tail“.

Gefunden habe ich Richard Davis über Spotify. Über die am meisten unterschätzte Funktion überhaupt „Ähnliche Künstler“ die es übrigens schon lange auf dem Dienst (wie war der Name schon wieder) Last.fm gab.

Albumcover - Richard Davis - Details

Da kommt unerwartet brilliante Musik aufs Ohr. Groovy, mit sonor-knackiger Basslinie und simpler, virtuoser Gesangslinie entlang weniger Akkorde, wie sie von Damon Albarn stammen könnten. Electronica der ersten Liga, welche sich nahtlos in meine Playlist zwischen Bonobo, Kohiba, Little Dragon, Swan Dive und Gorillaz einfügt; zwischen Damon Albarn und Trentemoeller wollte ich eigentlich schreiben, bevor die Recherche meinte, er hätte bereits für Trentemoeller Vocals eingespielt, mit Gesangspassagen die von David Bowie stammen könnten (Track 10 – Details).

The Long Tail lives

Ein Beweis dafür, dass die Demokratisierung des Vertriebs und damit der Long Tail funktioniert. Das Album ist definitiv nicht mehr in den CD-Regalen – sofern es solche überhaupt noch genügend gibt –  ohne extensive Werbung von Major Labels und definitiv nicht auf der zweistündlichen Playlist der Lokalradios oder MTV (btw. schaut überhaupt noch jemand MTV??) ermöglichen es Plattformen wie Spotify, Last.fm, iTunes und Konsorten, dass Nischenkünstler zu Verkäufen kommen. Auch sieben Jahre nach Veröffentlichung eines Albums.

Mit vielen Alben, die ich in dieser Manier gekauft habe, verbleibt ein sonderbar triumphales Gefühl assoziiert. Das Gefühl eine Trouvaille gefunden zu haben, einen speziellen Schatz, der sich nur mir selbst erschliesst. Das selbe Gefühl, wie auf dem Flohmarkt ein rares Objekt zu finden, etwas für sich selbst entdeckt und für gut befunden zu haben und nicht bereits durch Massenbewerbung bereits davon gehört zu haben. Long live the Long Tail.

Kaufbefehl. Hier kaufen (ist KEIN Affiliate Link! Sollte ich aber mal ins Auge fassen. Geschäftsmodell: Reich werden über Fraktionsbeträge von Affilliatelinks über Alben von Nischenkünstlern über ein privates Allerleiblog).

PS:
Leicht erschwerend der Künstlername, den Richard Davis mit einer  Jazz Legende teilt. Das macht die Suchergebnisse auf Google, iTunes etc. nicht übersichtlicher. Geht mir persönlich in Ansätzen auch so. Ich teile meinen Namen zwar in unterschiedlicher Schreibweise mit dem Gründer von Kraftwerk, was Google und andere US Suchmaschinen nicht immer ganz sauber zu differenzieren wissen.

PPS:
Und nebenbei ein Votum für brisante Titel von Blogartikeln. Macht auch Spass. Ist aber Nebensache.

 

Kategorie: Musik

von

Ralph Hutter. Digital Stuntman. Blogger. Twitter Aficionado. Digital Artist. Fotograf. Agile Product Manager. Dozent. Foodie. Geocacher.

3 Kommentare

  1. Ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen dieses Album aber immer noch der Hammer…

    Gruess
    Fabian

Kommentare sind geschlossen.