Musik

CD Kritik Skunk Anansie – Black Traffic

Das Comeback von Skunk Anansie scheint anzudauern. Nach dem Reunion-Album „Wonderlustre“ und einem überraschenden Über-Konzert im X-Tra in Zürich scheint die Geschichte weiter zu gehen.

Von Null auf Zweihundert. Die ersten drei Tracks hauen voll rein. Nahe am Erlebnis eines Livekonzerts: Einfach mal voll draufhauen. Wären da nicht die für die Skin Fanboys ungewohnten elektronischen Effekte dann und wann. Keine Angst. Das Album verkommt nicht zum Electronica Album (wobei das mit Skins Stimme ihren Reiz hätte).

Das Album ist Rock’n’Roll-Thunder pur mit genügend Headbanger Partituren. Mit  gewohnt ruhigen Songs dazwischen, welche die Brillanz von Skins Stimme erst richtig zur Geltung lassen kommen. Zeitweise übertünken die Streicher und Chorals das Arrangement. Aber das gehört offenbar irgendwie in allen Alben mindestens einmal dazu.

Das Album wurde offenbar nicht live eingespielt sondern in weiten Teilen „zusammengestellt“ und konstruiert. Das mindert nicht Qualität des Albums, aber es lässt die langjährigen Fans aufhorchen. Wortwörtlich. „Our Summer Kills The Sun“ fühlt sich zeitweise staccato mässig mit ungeplanten Unterbrüchen – für Skunk Anansie überarangiert-  an und man merkt, dass es Samples sind und nicht Live Drums. Slightly gewöhnungsbedürftig. Spätestens dann, wenn Gitarreneffekte eingesetzt werden, die ich das letzte Mal vermutlich bei EUROPEs Final Countdown wahrgenommen hatte.

Spätestens beim Song „Drowning“ offenbaren sich elektronische Elemente wie Breakbeats und elektronische Drum & Bass Effekte und Samples die mich an Seal erinnern. Sie stehen dem Song gut an. Das fulminante Ende mit Streichern hätten sie sich sparen können.

Wenn schon Electronica, dann bitte konsequent. Das bringt mich auf die Idee, dass ich von der Rockgöre eigentlich ganz gerne Musik im Stile von Damon Albarn hören würde. Aber bitte mit der selben Konsequenz.

 

 

Kategorie: Musik

von

Ralph Hutter. Digital Stuntman. Blogger. Twitter Aficionado. Digital Artist. Fotograf. Agile Product Manager. Dozent. Foodie. Geocacher.

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