Alle Artikel in: Musik

Plectrum Electrum

Der Prinz ist zurück. Zu 50 Prozent. – Eine Albumkritik.

Ende September 2014 hat Prince irgendwie klammheimlich zwei neue Studio Alben veröffentlicht. Plectrumelectrum und Art Official Age. Ein Erfahrungsbericht. Wenn man Dich nach Prince fragt; welches wären DIE Alben, die Du spontan nennen würdest? Purple Rain, Lovesexy, The Black Album und vielleicht noch Musicology. Das wäre zumindest meine Antwort. Nach dem 2013 Besuch in Montreux hatte ich eigentlich genug von Funk Diva Prince. Dummerweise habe ich nun zuerst das Album Art Official Age angehört und keine Anknüpfung an den Prince gefunden, den ich seit meiner Jugend still verehre. Das Album Plectrumelectrum blieb zunächst ungehört. Ein kapitaler Fehler. Plectrumelectrum ist ein Rock’n’Roll Thunder Album, welches einen schon im ersten Song gefühlsmässig in das Purple Rain Album versetzt, urplötzlich in Reminiszenzen an Lovesexy übergeht und in solider Rock-Manier einiger Musicology Tracks mündet. Über den letzten Funky Track mit Micky Mouse Stimme mag man einfach hinwegsehen und die unvermeidlichen Balladen als Prise typischer Prince Rogers Nelson Manier annehmen. Und jetzt aber der Reihe nach. Die Riffs von Track 3 „Aintturniinround“ könnten von Zakk Wylde stammen, die Vocals wären für Skunk Anansie prädestiniert.  Track 4 „Plectrumelectrum“ ist instrumentaler Südstaaten Rock wie …

Black Sabbath in Concert, Zürich

Black Sabbath und Soundgarden – Rocktitanen im Hallenstadion

Gestern abend im Hallenstadion haben sich zwei Titanen die Klinke in die Hand gegeben. Black Sabbath und Soundgarden. Zugegebenermassen; zwei Titanen unterschiedlicher Generationen. Das hat sich auch in punkto demographischer Verteilung der Konzertbesucher manifestiert: Viele Väter mit verwaschenen, viel zu engen original T-Shirts in Begleitung von Kindern (mit brandneuen T-Shirts vom Merchandising Stand), langhaarige Mitfünfziger in Jeansgilets, junge Blacklabel Society Fans, ganze Familien ausgestattet mit PopCorn und Ohrstöpseln und die Grunge Fans aus den 90ern. Hauptsächlich haben wir den Gig wegen Soundgarden besucht. Und das ist gleichzeitig auch der Disclaimer für diesen Beitrag. Black Sabbath kenne ich vom Jugendtreff im Pfarreiheim. Black Sabbath und Iron Maiden haben die „krassen Heavy Jungs“ gehört. Die anderen Foreigner, Scorpions und AC/DC. Und dann gab es später diejenigen, welche Gun’s’s and Roses und aufkommenden „Hardrock“ Bands favorisierten. Rockmusik-technisch wurde ich erst in den 90ern richtig sozialisiert. Pearl Jam, Soundgarden, Nirvana, Faith no More, Stone Temple Pilots, Rage against the Machine. Wie auch immer man diese ein ein Genre verpacken möchte; Black Sabbath, Led Zeppelin und Konsorten waren die geistigen Väter …

Rock’n’Roll Thunders Unplugged. Chris Cornell an der Baloise Session 2013

Konzertkritik: Chris Cornell an der Baloise Session 2013. 2009  hatte ich Chris Cornell als „alte Rockersau“ im Extra erlebt und den intimen Rahmen und die Soundqualität herausgestrichen. Der heutige Gig an der Baloise Session hat das noch einmal getoppt. Der akkustischen Gitarre hat Chris Cornell also gar nichts geschenkt. Die alte Klampfe musste für einen Unplugged Event so einiges ertragen. Die Ankündigung war Programm: „Chris Cornell Solo“. Alleine auf der Bühne mit drei akkustischen Gitarren, einem Dutzend „Trettminen“, einem Barhocker und einem roten Telefon. Sinngemäss: „I’m just here to play some songs. That’s about it.“ war seine treffende Begrüssung. Sein Plan: eine Retrospektive, nicht unbedingt chronologisch. Von Temple of the Dog, Soundgarden, Audioslave, über Singles wie James Bond Titel Track, Songbook Tracks – alles da, alles akkustisch, alles alleine vorgetragen. Natürlich mit Hungerstrike, Black Hole Sun, Fell on Black Days, Can’t change me, Call me a Dog  und meinem persönlichen Favoriten The Day I tried to live. Stimmgewaltig, knackig an der Gitarre, mit den feinen, virtuosen Passagen, die man von zahlreichen Soundgarden Tracks kennt – überraschend filigran …

Prince Konzert in Montreux 2013 – Die alte Funk Diva macht dem Namen alle Ehre

Prince gastierte dieses Jahr gleich drei Nächte in Folge im Strawinski Auditorium am Montreux Jazz Festival. Funky Big Band Show und divaeskes Benehmen. Prince in Concert – Montreux 2013, Quelle: Youtube Um es vorweg zu nehmen; Prince, die alte Funk Diva machte am Sonntag Abend seinem Namen alle Ehre. Er liess die Gäste eine Dreiviertel Stunde auf einen unspektakulären Start warten. Bereits nach weniger als einer Stunde startet er mit einem „Good Night Montreux“, die Bühne verlassend sein Spielchen, welches den ganzen Abend andauern sollte: Noch ein paar Songs spielen, die Bühne verlassen und sich unter Applaus wieder auf die Bühne bitten lassen. Man würde meinen, ein Star wie er hätte solches nicht mehr nötig.  Aber offenbar ist das konstruierter Teil der Show. Prince hat sichtlich Spass daran. Soviel zum ärgerlichen Teil des Sonntag Abends. Die Show startet in fetter Funky-Soul-Big Band Manier. Prince könnte die Reinkarnation von James Brown sein. Frontman, Dirigent und Entertainer; erstaunlicherweise zu keinem Zeitpunkt mit eigener Gitarre auf dem Set. Spätestens nach „Raspberry beret“ sind die alten Fans in Schwung. …

Neue Single von David Bowie – Where are we now

Zum 66. Geburtstags veröffentlichte David Bowie den Song „Where are we now?“ auf iTunes. Seit 10 Jahren endlich wieder eine Veröffentlichung. Auf iTunes ist der erste Song „Where are we now“ zum Download. Das gesamte Album kann auf iTunes vorbestellt werden. Die Veröffentlichung wird mit 12. März 2013 angegeben. Viel mehr erfährt man auch auf der offiziellen Website noch nicht. Das sind ja mal gute News zum Start ins 2013. Rock’n’Roll Thunder! Where are we now – Das Video

CD Kritik Skunk Anansie – Black Traffic

Das Comeback von Skunk Anansie scheint anzudauern. Nach dem Reunion-Album „Wonderlustre“ und einem überraschenden Über-Konzert im X-Tra in Zürich scheint die Geschichte weiter zu gehen. Von Null auf Zweihundert. Die ersten drei Tracks hauen voll rein. Nahe am Erlebnis eines Livekonzerts: Einfach mal voll draufhauen. Wären da nicht die für die Skin Fanboys ungewohnten elektronischen Effekte dann und wann. Keine Angst. Das Album verkommt nicht zum Electronica Album (wobei das mit Skins Stimme ihren Reiz hätte). Das Album ist Rock’n’Roll-Thunder pur mit genügend Headbanger Partituren. Mit  gewohnt ruhigen Songs dazwischen, welche die Brillanz von Skins Stimme erst richtig zur Geltung lassen kommen. Zeitweise übertünken die Streicher und Chorals das Arrangement. Aber das gehört offenbar irgendwie in allen Alben mindestens einmal dazu. Das Album wurde offenbar nicht live eingespielt sondern in weiten Teilen „zusammengestellt“ und konstruiert. Das mindert nicht Qualität des Albums, aber es lässt die langjährigen Fans aufhorchen. Wortwörtlich. „Our Summer Kills The Sun“ fühlt sich zeitweise staccato mässig mit ungeplanten Unterbrüchen – für Skunk Anansie überarangiert-  an und man merkt, dass es Samples sind …

Albumcover - Richard Davis - Details

Musiktipp: Richard Davis – Details. „Der lange Schwanz lebt“.

Das Album „Details“ produziert in 2005, der Künstler mit improvisiertem Facebook Auftritt welcher verlinkt auf ein bescheidenes MySpace Profil, welches vermutlich zur Vermarktung des ersten Albums 2002 erstellt wurde und auf iTunes nicht eineindeutig gelistet – Jetzt beginnt die Geschichte des „Long Tail“. Gefunden habe ich Richard Davis über Spotify. Über die am meisten unterschätzte Funktion überhaupt „Ähnliche Künstler“ die es übrigens schon lange auf dem Dienst (wie war der Name schon wieder) Last.fm gab. Da kommt unerwartet brilliante Musik aufs Ohr. Groovy, mit sonor-knackiger Basslinie und simpler, virtuoser Gesangslinie entlang weniger Akkorde, wie sie von Damon Albarn stammen könnten. Electronica der ersten Liga, welche sich nahtlos in meine Playlist zwischen Bonobo, Kohiba, Little Dragon, Swan Dive und Gorillaz einfügt; zwischen Damon Albarn und Trentemoeller wollte ich eigentlich schreiben, bevor die Recherche meinte, er hätte bereits für Trentemoeller Vocals eingespielt, mit Gesangspassagen die von David Bowie stammen könnten (Track 10 – Details).

doorset gold tip - more often than not

In 3 Schritten zu Deiner fiktiven Band. Name, Cover, Albumtitel. Zägg.

Keine neue Geschichte sondern eine alte Blogparade aus 2009, neu entdeckt dank Pascal. Erstelle ein fiktives Plattencover, Deiner fiktiven Band mit fiktivem Albumtitel. Alles ganz „zufällig“ mit Hilfe von Wikipedia, Quotationspage und Flickr. Machst Du mit? Mach mit. So geht’s: Go to Wikipedia and hit random. The first random Wikipedia article you get is the name of your band. Go to quotationspage.com and hit random. The last four or five words of the very last quote of the page is the title of your first album. Go to Flickr and click on “explore the last seven days”. Fourth picture no matter what, it is, will be your album cover. Use Photoshop or similar (picnik.com is a free online photo editor) to put it all together. Post it with this text. Jetzt bin ich gespannt auf Eure Vorschläge und Random Album Art Work.    

Soundrop.com - Spotify App - Screenshot

DJ-Battle mit Soundrop App

Mit Soundrop.com habe ich eine coole Spotify App gefunden, um die legendären DJ-Battles weiterzuführen. Es ist Zeit, um Abschied zu nehmen von blip.fm. iTunes Match, Ping, Spotify und Co. mit der breiten Userbasis oder direkter Facebook Integration haben dem coolen Dienst den Rang abgelaufen. Noch viel ernüchternder ist, dass kaum mehr Musikstücke online zu finden sind. Damit haben sich auch die legendären DJ-Battles erübrigt. Jetzt bahnt sich allerdings eine Alternative an. Für Spotify Benutzer zumindest. Im Spotify App Finder ist „Soundrop“ ziemlich prominent aufgeführt. Einmal installiert und mit Facebook verknüpft, kann man entweder einem der zahlreichen „Listening Rooms“ beitreten oder einen eigenen „Listening Room“ erstellen und handverlesen Spotify Freunde dazu einladen oder die URL via Twitter, IM etc. oder als Facebook Nachricht versenden. Danach wirds selbsterklärend. Songs oder Playlist in die Warteschlange der App ziehen, abstimmen und damit die Reihenfolge der Songs beeinflussen und gleich auch bisschen chatten. Zu guterletzt kann das  Ergebnis als Playlist gespeichert werden. Perfekt für eine neue Generation DJ-Battle oder? Heute Abend 20:00 Uhr starte ich einen BETA Feldversuch. Thema: „Ich …

Die besten Coversongs – mach mit an der Public Playlist

In den letzten Tagen habe ich aktuell 63 Coversongs, 4 Stunden Musik zusammengetragen – in einer öffentlichen Spotify Playliste. Magst Du Deinen Lieblings Coversong dazu beitragen? Über Twitter, Facebook und Co. hatte ich nach Tipps und weiteren Coversongs gefragt. Erst nach einem Tweet von Mario merke ich, dass ich die Spotify Playlisten nicht nur öffentlich anzeigen kann, sondern Benutzer auch weitere Songs hinzufügen können. Das Flag „Gemeinsame Playlist“ machts aus… Ab sofort ist die Playlist offen für weitere Coversongs. Hier der Link: http://p.xlf.ch/coversongs. Ich freue mich auf Eure Geheimtipps. PS: Einzige Voraussetzung ist natürlich ein (gratis) Spotify Account PPS: Keine doppelten Einträge bitte.  

Luca Little - Songs from the Edge of my Bed

Luca Little – Meine kleine Neuentdeckung

Luca Little – Album des Jahres 2010. Gewählt von den Hörern von Radio24. Das ist eine kleine Sensation, Zwar schon länger her, aber gerade darum nochmals erwähnenswert. Auf Luca Little bin ich dank eines Tweets von @barbamo gestossen, die auf meine Umfrage nach den besten Coversongs geantwortet hatte. Über den jungen Künstler aus Bassersdorf und seine Band ist online noch nicht wahnsinnig viel zu erfahren – ausser der eindrücklichen Liste an Gigs und die sympathischen Einblicke auf der Facebook Seite. Das wird sich hoffentlich bald ändern. Unter http://www.lucalittle.com/bedsongs/ hat Luca Little fünf akkustische Cover Versionen von bekannten Songs gratis zum Download veröffentlicht: Kickstart my heart – Mötley Crüe I won’t back down – Tom Petty Someone like you – Adele Hold my Hand – Sean Paul (Sittin‘ on) the dock of the bay – Otis Redding Treffenderweise „Songs from the Edge of my bed“ genannt. Hörbefehl. PS: Die Songs gibts leider nicht auf Spotify. Dafür aber den Zwischenstand meiner „Coversongs Playlist“. Tipps sind weiterhin willkommen.  

iTunes Match nun auch in der Schweiz verfügbar

iTunes Match jetzt auch in der Schweiz

Das Warten hat ein Ende. iTunes Match, der Musik Cloud Dienst von Apple ist nun auch in der Schweiz verfügbar, nachdem sich gestern die Anzeichen zum anstehenden Rollout verdichtet hatten und auch eine neue iTunes Version 10.5.2 zu Download verfügbar war. Bildquelle: Apple Wie funktioniert iTunes Match? Deine iTunes Bibliothek wird mit 20 Millionen Songs im iTunes Store abgeglichen. Nur diejenigen Songs, die auf iTunes noch nicht vorhanden sind, müssen (anders als bei Google Music) auch physisch in die iCloud heraufgeladen werden. Alle anderen Songs stehen in einer 256-KbpS AAC Qualität, DRM frei zur Verfügung. Praktisch für diejenigen, die ihre Musik selbst in unterschiedlichen Qualitäten eingelesen hatten. Was bringt iTunes Match und iCloud? In Kombination mit aktivierter iCloud Funktion können nun alle in der Cloud aktivierten Geräte wie iPhone, iPad, MacBook, iMac etc. kabellos synchronisiert werden. Die letzten Einkäufe im iTunes Store sind schnell auf allen Geräten verfügbar – auch auf dem PC oder Apple TV. Clevererweise nicht automatisch, da auf den unterschiedlichen Endgeräten ja auch unterschiedlich viel Speicherplatz zu Verfügung steht, aber auf Knopfdruck in …

The Smashing Pumpkins - Konzert im Komplex 457 - Zürich

The Smashing Pumpkins rocken Zürich. Ein Review.

Mein Konzerthighlight des Jahres 2011. Billy Corgan hat in intimem Rahmen im gut gefüllten Komplex 457 bewiesen, das der Geist der Smashing Pumpkins trotz der bewegten Vergangenheit noch immer lebt. Volle Pulle, krachend laut einsteigen mit rotzig ungeschliffenem Rock. Binnen Sekunden gekonnt in die so typische filigran sphärische Dimension abdriften und mit nasaler Kopfstimme melodiös darüber singen – Das Geheimrezept funktioniert noch immer. Super-straighte Drums – brilliant abgemischt – gepaart mit einer monoton-präzisen Rhytmus Gitarre bildeten einen klaren konzeptionellen Rahmen, der Billy Corgan alle erdenklichen Freiheiten lässt, um pure Gitarrensounds und wechselnde Effekte in Freestyle Manier darüberzuklatschen und exzessiv auszukosten. In weiten Teilen scheint das Konzert spontan, aus dem Bauch und ungeplant in Jam-Session Manier gespielt, um dann binnen Sekundenbruchteilen in perfekt orchestrierten polyphonen Gitarrenpartituren zu münden, die sogar Queen erblassen lassen würden. Die Band funktioniert in allen Belangen. Entgegen meiner Erwartung war das Konzert keine Reunion Veranstaltung. Kein Revival der erfolgreichen 90er. Und das macht die Smashing Pumpkins glaubwürdig. Sie haben die ganz grossen Hits clever umschifft, ohne dass diese gefehlt hätten. Die gefühlte …

Cover Stahlberger - Abghenkt

Text, Tanzstil und Musik – Stahlberger rockt nicht nur bei Wanderwetter

Kürzlich erst habe ich Stahlberger dank Andi und seiner Begeisterung für „Wanderwetter“ entdeckt. Ein Bijou in der Schweizer Mundart Musikszene. Zugegeben; der St. Galler Dialekt ist für einige Ohren im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig. Aber die neue Scheibe überzeugt. Eine ausserordentliche Liebe zum Text, abwechslungsreiche Arrangements und grundsolide Musiker in der Band machen das neue Album „Abghenkt“ zu einer Kaufempfehlung. Ich mag die Beobachtungsgabe von Stahlberger. Alltägliches zeitweise poetisch (Schnee), wortwörtlich tiefgründig (Stausee) und dann wieder fadengrade nerdig formuliert (Baron), so dass  sich während dem Hören wunderbar verrückte Bilder mit ziemlich viel Lokal-Couleur (Wanderwetter) abzeichnen. Wunderbare Bilder von einem begnadeten Geschichtenerzähler. Und hier Wanderwetter. Musikalisch nicht der überzeugendste Track. Aber groovig mit Kultpotenzial.