Alle Artikel mit dem Schlagwort: Konzert

Black Sabbath in Concert, Zürich

Black Sabbath und Soundgarden – Rocktitanen im Hallenstadion

Gestern abend im Hallenstadion haben sich zwei Titanen die Klinke in die Hand gegeben. Black Sabbath und Soundgarden. Zugegebenermassen; zwei Titanen unterschiedlicher Generationen. Das hat sich auch in punkto demographischer Verteilung der Konzertbesucher manifestiert: Viele Väter mit verwaschenen, viel zu engen original T-Shirts in Begleitung von Kindern (mit brandneuen T-Shirts vom Merchandising Stand), langhaarige Mitfünfziger in Jeansgilets, junge Blacklabel Society Fans, ganze Familien ausgestattet mit PopCorn und Ohrstöpseln und die Grunge Fans aus den 90ern. Hauptsächlich haben wir den Gig wegen Soundgarden besucht. Und das ist gleichzeitig auch der Disclaimer für diesen Beitrag. Black Sabbath kenne ich vom Jugendtreff im Pfarreiheim. Black Sabbath und Iron Maiden haben die „krassen Heavy Jungs“ gehört. Die anderen Foreigner, Scorpions und AC/DC. Und dann gab es später diejenigen, welche Gun’s’s and Roses und aufkommenden „Hardrock“ Bands favorisierten. Rockmusik-technisch wurde ich erst in den 90ern richtig sozialisiert. Pearl Jam, Soundgarden, Nirvana, Faith no More, Stone Temple Pilots, Rage against the Machine. Wie auch immer man diese ein ein Genre verpacken möchte; Black Sabbath, Led Zeppelin und Konsorten waren die geistigen Väter …

Rock’n’Roll Thunders Unplugged. Chris Cornell an der Baloise Session 2013

Konzertkritik: Chris Cornell an der Baloise Session 2013. 2009  hatte ich Chris Cornell als „alte Rockersau“ im Extra erlebt und den intimen Rahmen und die Soundqualität herausgestrichen. Der heutige Gig an der Baloise Session hat das noch einmal getoppt. Der akkustischen Gitarre hat Chris Cornell also gar nichts geschenkt. Die alte Klampfe musste für einen Unplugged Event so einiges ertragen. Die Ankündigung war Programm: „Chris Cornell Solo“. Alleine auf der Bühne mit drei akkustischen Gitarren, einem Dutzend „Trettminen“, einem Barhocker und einem roten Telefon. Sinngemäss: „I’m just here to play some songs. That’s about it.“ war seine treffende Begrüssung. Sein Plan: eine Retrospektive, nicht unbedingt chronologisch. Von Temple of the Dog, Soundgarden, Audioslave, über Singles wie James Bond Titel Track, Songbook Tracks – alles da, alles akkustisch, alles alleine vorgetragen. Natürlich mit Hungerstrike, Black Hole Sun, Fell on Black Days, Can’t change me, Call me a Dog  und meinem persönlichen Favoriten The Day I tried to live. Stimmgewaltig, knackig an der Gitarre, mit den feinen, virtuosen Passagen, die man von zahlreichen Soundgarden Tracks kennt – überraschend filigran …

Prince Konzert in Montreux 2013 – Die alte Funk Diva macht dem Namen alle Ehre

Prince gastierte dieses Jahr gleich drei Nächte in Folge im Strawinski Auditorium am Montreux Jazz Festival. Funky Big Band Show und divaeskes Benehmen. Prince in Concert – Montreux 2013, Quelle: Youtube Um es vorweg zu nehmen; Prince, die alte Funk Diva machte am Sonntag Abend seinem Namen alle Ehre. Er liess die Gäste eine Dreiviertel Stunde auf einen unspektakulären Start warten. Bereits nach weniger als einer Stunde startet er mit einem „Good Night Montreux“, die Bühne verlassend sein Spielchen, welches den ganzen Abend andauern sollte: Noch ein paar Songs spielen, die Bühne verlassen und sich unter Applaus wieder auf die Bühne bitten lassen. Man würde meinen, ein Star wie er hätte solches nicht mehr nötig.  Aber offenbar ist das konstruierter Teil der Show. Prince hat sichtlich Spass daran. Soviel zum ärgerlichen Teil des Sonntag Abends. Die Show startet in fetter Funky-Soul-Big Band Manier. Prince könnte die Reinkarnation von James Brown sein. Frontman, Dirigent und Entertainer; erstaunlicherweise zu keinem Zeitpunkt mit eigener Gitarre auf dem Set. Spätestens nach „Raspberry beret“ sind die alten Fans in Schwung. …

The Smashing Pumpkins - Konzert im Komplex 457 - Zürich

The Smashing Pumpkins rocken Zürich. Ein Review.

Mein Konzerthighlight des Jahres 2011. Billy Corgan hat in intimem Rahmen im gut gefüllten Komplex 457 bewiesen, das der Geist der Smashing Pumpkins trotz der bewegten Vergangenheit noch immer lebt. Volle Pulle, krachend laut einsteigen mit rotzig ungeschliffenem Rock. Binnen Sekunden gekonnt in die so typische filigran sphärische Dimension abdriften und mit nasaler Kopfstimme melodiös darüber singen – Das Geheimrezept funktioniert noch immer. Super-straighte Drums – brilliant abgemischt – gepaart mit einer monoton-präzisen Rhytmus Gitarre bildeten einen klaren konzeptionellen Rahmen, der Billy Corgan alle erdenklichen Freiheiten lässt, um pure Gitarrensounds und wechselnde Effekte in Freestyle Manier darüberzuklatschen und exzessiv auszukosten. In weiten Teilen scheint das Konzert spontan, aus dem Bauch und ungeplant in Jam-Session Manier gespielt, um dann binnen Sekundenbruchteilen in perfekt orchestrierten polyphonen Gitarrenpartituren zu münden, die sogar Queen erblassen lassen würden. Die Band funktioniert in allen Belangen. Entgegen meiner Erwartung war das Konzert keine Reunion Veranstaltung. Kein Revival der erfolgreichen 90er. Und das macht die Smashing Pumpkins glaubwürdig. Sie haben die ganz grossen Hits clever umschifft, ohne dass diese gefehlt hätten. Die gefühlte …

Guns'n'Roses im Hallenstadion Zürich

Konzert Kritik: Guns’n’Roses im Hallenstadion Zürich – Zeit für die Pension Dude

Das Guns’n’Roses Konzert im Hallenstadion war ein Desaster. Das erste Konzert, das ich vorzeitig verlassen habe. Schockstarre im Hallenstadion. Nach den ersten Sekunden Gesang schauen sich fragende Gesichter an. Das ist jetzt wohl nicht wahr. Der Sound ist so gut abgemischt, dass man jeden Fehler in Axl Rose’s Gesang hört. Und viele Töne trifft er nicht in den ersten Minuten. Spätestens nach dem typischen Schrei-Froschgesang ist es dann auch Wurscht; er war auch früher kein begnadeter Sänger. Die Band spielt einwandfrei und rockt (in Passagen ohne Gesang) zwischenzeitlich ziemlich deftig. Was aber gar nicht geht: Auf den Boxen steht ein Gitarrist mit Zylinder und Zigarette im Mund. Ist aber nicht Slash, sondern eine billige Kopie. Der mag  ein brillianter Gitarrist sein, wird aber für das Konzert zur Slash Parodie. Das Publikum reibt sich die Augen und wartet ziemlich lange auf den ersten bekannten Song. Und trotzdem will einfach keine Stimmung aufkommen. In den Rängen sitzen sie beharrlich und regungslos und auch auf dem Parkett sind nur an der Front einige Euphorische auszumachen. Hinten steht ein …

Chris Cornell, du alte Rockersau…

…es gibt seit heute keine anderen Rocksänger mehr. In familiärer Atmosphäre im x-tra hat Alt-Rocker Chris Cornell ein Konzert der Sonderklasse gegeben die Bude voll abgerockt. Eröffnet mit Black Hole Sun in Streicher-Version ab Band hat er die Erwartungen der Soundgarden Fans gleich hochgeschraubt. Und um es gleich vorweg zu nehmen: er hat sie erfüllt. Chris Cornell im x-tra, Zürich – Foto in iPhone Qualität Spoonman, Black Hole Sun aber auch Hungerstrike aus der Temple of the Dog Formation fehlten nicht. Dazwischen hat Chris Cornell alleine fünf Songs begleitet nur mit akustischer Gitarre gespielt.